32 Sprüche — Seite 2
Grenzen schützen, ordnen und begrenzen zugleich. Sie markieren, was möglich ist, und fordern immer wieder die Frage heraus, ob sie notwendig, verhandelbar oder zu eng gezogen sind. Darum besitzt das Thema eine besondere Tiefe, weil an Grenzen Freiheit, Maß und menschliches Begehren aufeinandertreffen.
Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?
— Heinrich Martin
Je höher der Mensch steht, um so stärkere Schranken hat er nötig, welche die Willkür seines Wesens bändigen.
— Gustav Freytag
Lege einen Graben zwischen dich und die Welt mit einer Zugbrücke für deine Freunde.
— August Pauly
Für den Maulwurf ist die Welt nicht größer und weiter als seine Gänge.
— August Pauly
Die Freiheit eines jeden hat als logische Grenzen die Freiheit der anderen.
— Alphonse Karr
Der Krieg ist ein Akt der Gewalt, und es gibt in der Anwendung derselben keine Grenzen.
— Carl Philipp Gottfried von Clausewitz
Es gibt ein unbeschränktes Vertrauen, dessen Grenzen genau festzustellen sind.
— Otto Weiss
Der Mensch ist frei wie der Vogel im Käfig; er kann sich innerhalb gewisser Grenzen bewegen.
— Johann Kaspar Lavater
Durch Ausharren ebnen wir Berge, setzen dem Meere Grenzen und machen aus Steinen Städte und Paläste und Mauern.
— Karl Julius Weber
Der Seele Grenzen kannst du nicht finden, auch wenn du gehst und jede Strasse abwanderst; so tief ist ihr Sinn.
— Heraklit von Ephesos
Üble Henne, die in Nachbarshäuser legt.
Keine Henne fliegt über die Mauer.