403 Sprüche — Seite 18
Wer von der Menschheit spricht, meint mehr als die Summe einzelner Menschen. In diesem großen Begriff liegen Größe und Versagen, gemeinsamer Ursprung und geteilte Verantwortung, Kulturleistung und Selbstzerstörung zugleich. Deshalb besitzt dieses Thema einen weiten Horizont und eine ernste moralische Schwere.
Sein Gewicht wird besonders dort spürbar, wo Unterschiede zurücktreten und das Gemeinsame in den Vordergrund rückt. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach Verbundenheit, Würde und Zukunft und machen deutlich, wie sehr das Schicksal aller miteinander verknüpft bleibt.
Wenn die Regierungen krank sind, müssen die Völker das Bett hüten.
— Ludwig Börne
Ein von Eifer entflammter Mensch reicht hin, ein ganzes Volk aufzurichten.
— Johannes Chrysostomos
Alles Gute, Große, Schöne der Menschheit nimmt seinen Ursprung unzweifelhaft aus mütterlichem Einfluss
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Der Mensch ist zur Gesellschaft und zur Freude geboren.
— Nikolai Michailowitsch Karamsin
Tue den Menschen die Ehre an, ihnen zu vertrauen, dass sie an das Gute glauben, und du wirst sehen, welche Wunder das tut.
— Richard Rothe
Verleumdung schadet auf einmal dreien: dem, von dem man Böses sagt, dem, welchem man es sagt, und am meisten dem, der es sagt.
— Basilius von Caesarea
Der Mensch ist ein geldgieriges Tier und diese Eigenschaft kommt allzu oft seiner Güte in die Quere.
— Herman Melville
Eine Welt, wo so viel gelacht wird, kann so schlecht nicht sein.
— Friedrich Vischer
Es ist den Menschen allen eins gemeinsam: fehlzugehen.
— Sophokles
Nur jene Lügen, die glaubwürdig genug sind, die ganze Welt zum Guten umzukrempeln, lohnen einen moralischen Fehltritt.
— Christa Schyboll
Die Gehirne sind bei allen Menschen gleich. Es entscheiden die Gedanken, die uns steuern.
— Nikolaus B. Enkelmann
Der Mensch ist das einzige Wesen, das sich selbst und seine Welt verändern und seine Zukunft gestalten kann.
— Nikolaus B. Enkelmann
Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.
— Nikolaus B. Enkelmann
Aber so wenig als im Leben des Einzelnen ist es für das Leben der Menschheit wünschenswert, die Zukunft zu wissen.
— Jacob Christoph Burckhardt
Nur der Einzelne ist naturgewachsen, nicht das Volk. Das Volk ist ein menschlicher Organisationsbegriff
— Carl von Ossietzky
Das größte und reinste Wunder, wäre es allen sichtbar, dauerte aber nur einen Augenblick, es fiele durch das Hirn der Menschheit glatt durch.
— Prentice Mulford
Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.
— Alfred Adler
Jeder, der versucht aus der großen Herde, die da heißt ›Gesellschaft‹, auszubrechen, ruft das Mißfallen der Herde hervor.
— Francesco Petrarca
Was alle trifft, erträgt man leicht
— Karl Wilhelm Ramler
Geld ist die einzige Macht, vor der die gesamte Menschheit auf die Knie fällt
— Samuel Butler