97 Sprüche — Seite 4
Kaum eine Beziehung prägt das Leben so früh und so tief wie die zur Mutter. In ihr verdichten sich Nähe, Fürsorge, Ursprung und jene Form von Liebe, die nicht rechnet, sondern trägt. Deshalb besitzt dieses Thema eine Wärme und Würde, die weit über das Biologische hinausgeht.
Das Gebet ist die Mutter und der Ursprung aller Seelenerhebung.
— Johannes Bonaventura
Für einen schlechten Sohn ist die Mutter verantwortlich. Für einen schlechten Enkel die Großmutter.
Die Leidenschaft ist die Mutter großer Dinge.
— Jacob Christoph Burckhardt
Mutterglück ist das, was eine Mutter empfindet, wenn die Kinder abends im Bett sind.
Eile ist die Mutter der Unvollkommenheit.
Die drei schönsten Dinge, die ein Mensch sehen kann: ein blühendes Kartoffelfeld, ein Schiff unter vollen Segeln und eine Mutter mit einem neu geborenen Kind.
Jeder Mutter Kind ist schön.
Die Tochter geht vor der Mutter, aber der Sohn folgt hinter dem Vater.
Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe.
Wenn man der unbestrittene Liebling der Mutter gewesen ist, so behält man fürs Leben jenes Eroberungsgefühl, jene Zuversicht des Erfolges, die nicht selten wirklich den Erfolg nach sich zieht.
— Sigmund Freud
Die Welt wird schön an jenem Tag, da Mutter nicht mehr kommen mag.
— Joachim Ringelnatz
Die Mutter sagt's, der Vater glaubt's, und ein Narr zweifelt daran.
Wenn's Kind zahnt, soll die Mutter den Unterrock verkaufen, um ihm Wein zu geben.
Wen das Glück verderben will, den zärtelt es wie eine Mutter.
Das Kind fällt wieder in der Mutter Schoß.
Kind macht der Mutter immer Mühe.
Wer die Tochter haben will, halt' es mit der Mutter.
Mit der Mutter soll beginnen, wer die Tochter will gewinnen.
Meiner Mutter Kuh Bruder war ein Ochs.
Was man von der Mutter hat, das sitzt fest und läßt sich nicht ausreden.
— Wilhelm Raabe