Sprüche über Religion
55 Sprüche — Seite 4
Religion berührt Fragen nach Sinn, Ursprung, Schuld, Trost und dem Verhältnis des Menschen zum Unverfügbaren. Sie ist weit mehr als Lehre oder Brauch, weil sie Weltdeutung, Gewissen und Hoffnung auf besondere Weise miteinander verbindet. Darum bleibt das Thema persönlich, tief und oft von großer innerer Spannung.
Wenn man doch immer bedenken wollte, dass die Religion mehr Sache des Gewissens als des Wissens ist!
— Friedrich Polack
Religion ist die philosophische Poesie der Welt. Bei ihrer Gestaltung waren die poetischen und philosophischen Kräfte des Menschen zugleich tätig. Sie zu missachten ist darum immer eine Rohheit.
— August Pauly
Die äußerliche und unberechtigte Herrschaft der Kirche muss gebrochen werden, bevor die innerliche und berechtigte Herrschaft der Religion beginnen kann
— Manfred Kyber
Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Der unbedingte Unglaube im Punkte der Religion widerspricht dem natürlichen Gefühl des Menschen und versetzt seine Seele in einen trostlosen Zustand.
— Charles Alexis Henri Clérel de Tocqueville
Ist die Religion auch nur eine naive illusorische Weltanschauung, so ist sie doch eine Weltanschauung, durch die alle Dinge in einem höheren Zusammenhang betrachtet werden.
— Helene von Druskowitz
Die Religion kann eine Leidenschaft werden wie jede andere, und zwar eine Leidenschaft, mit der man nicht spielen darf.
— Alexandre Vinet
Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?
— Georg Christoph Lichtenberg
Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich selbst für sehr religiös hält.
— Erasmus von Rotterdam
Was können wir von einer Religion erwarten, die das Leid der Tiere ausklammert?
— Richard Wagner
Gefängnisse werden aus den Steinen der Gesetze errichtet, Bordelle aus den Ziegeln der Religion
— William Blake
Ein sehr unwissendes Volk wird sich gerade wegen seiner Unwissenheit zu einer Religion voller Wunder neigen.
— Henry Thomas Buckle
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.
— Susan Brownell Anthony
Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände, und mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung aller Leidenscha …
— Gottfried Wilhelm Leibniz