317 Sprüche — Seite 13
Wirkliche Größe zeigt sich nicht im Überragen anderer, sondern im respektvollen Umgang mit ihnen. Respekt erkennt Würde an, ohne Gleichheit erzwingen zu müssen, und schafft damit den Raum, in dem Unterschied nicht zur Geringschätzung wird. Darum ist dieses Thema grundlegend für jedes gelingende Miteinander.
Sein Wert wird besonders sichtbar, wenn Macht, Erfolg oder Meinung aufeinandertreffen. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Respekt nicht Unterordnung bedeutet, sondern eine Haltung der Achtung, die Beziehung und Gesellschaft trägt.
Die Mutter sagt's, der Vater glaubt's, und ein Narr zweifelt daran.
Arbeitsschweiß an den Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.
Ich habe mich so lange ums Allgemeine bemüht, bis ich einsehen lernte, was vorzügliche Menschen im Besonderen leisten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Um immer gut zu sein, ist es erforderlich, dass die anderen glauben, dass sie uns gegenüber niemals ungestraft böse sein dürfen
— François de la Rochefoucauld
Ein Mädchen gehorcht dem Vater, eine Ehefrau ihrem Gatten.
Gehorsam ist der Anfang aller Weisheit.
— Georg Friedrich Wilhelm Hegel
Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
Wenn er redet, kräht der Hahn auf dem Kirchturm.
Üble Henne, die in Nachbarshäuser legt.
Edelleute und Hunde lassen die Tür auf.
Man hält einen Hund in Ehren seines Herrn wegen.
Die Katze sieht den Bischof an, ist doch ein geweihter Mann!
Wer den Pfennig nicht achtet, wird keines Gulden Herr.
Pfennigsalbe schmiert wohl zu Hofe.
Wenn sie Dich dessen erachtet, wird eine Katze Dein Freund sein, niemals Dein Sklave.
— Théophile Gautier
Eine kleine Stelle, die du ganz ausfüllst, ist dein Ehrenplatz, die grösste, der du nicht genügst, ein Pranger.
— Otto von Leixner
Wer Schwache leiten will, der sei von ihrer Schwachheit selber frei!
— Magnus Gottfried Lichtwer
Der Mensch kann nichts Höheres erstreben im Kampfe mit Sorge und Not, al ein gutes Gewissen im Leben und einen guten Namen im Tod.
— Friedrich von Bodenstedt
Lehren und nicht tun, das ist klein, lehren und tun, das ist groß.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Himmel und Erde, Menschen und Geister - alles liebt den Geringen, nicht den Stolzen