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Sprüche über Gelegenheit

858 Sprüche — Seite 26

Manche Wendung des Lebens kündigt sich nicht laut an, sondern erscheint nur für einen kurzen Augenblick als unscheinbare Möglichkeit. Gerade deshalb gehört Gelegenheit zu jenen Themen, die über Mut, Wachheit und Entschlusskraft entscheiden. Was ergriffen wird, kann ein Leben verändern, was versäumt wird, oft lange nachhallen.

Ihr eigentlicher Wert zeigt sich darin, dass sie niemals nur Zufall ist, sondern immer auch Bereitschaft verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng günstiger Augenblick und inneres Handeln verbunden sind und warum manche Tür nur für den offensteht, der den Schritt rechtzeitig wagt.

  1. Wer Wunder sucht, braucht nicht weit zu gehn, er muss nur hören, fühlen, sehn, denn sie geschehen täglich - gerade jetzt ist eines möglich.

  2. Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber predigt niemals über vierzig Minuten

    Martin Luther

  3. Der Wurf mag zuweilen nicht treffen, aber die Absicht verfehlt niemals ihr Ziel.

    Jean-Jacques Rousseau

  4. Wer böses liebt, winkt dem Unglück, es ist wie das Echo, das der Stimme antwortet.

  5. Wie mit den Lebenszeiten, so ist es auch mit den Tagen: keiner ist uns genug, keiner ist ganz schön, jeder hat seine Unvollkommenheit. Aber rechne sie zusammen, so kommt eine Summe Freude und Leben …

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  6. Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze entzünden, ohne dass ihr Leben kürzer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

  7. Geh mit dir selbst streng ins Gericht, und wenn's dir nicht gelingt, von innen die Ruh, das Glück dir zu erringen: von außen kommt das Glück dir nicht!

    Friedrich von Bodenstedt

  8. Wenn der Mensch mit sich zu kämpfen beginnt, erwirbt er sich Verdienst.

    Robert Browning

  9. Jeder Tag ist ein Wagnis und wird dadurch erst lebenswert.

  10. Wer der Meinung ist, dass für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.

    Benjamin Franklin

  11. Wer nicht ein kleines Leid zu ertragen versteht, muß sich darauf gefaßt machen, viele Leiden über sich ergehen zu lassen.

    Jean-Jacques Rousseau

  12. Diebe ruhen nie, Wächter ab und zu.

  13. Die Wahrheit ist im Wein; das heißt : In unsern Tagen muß einer betrunken sein, um Lust zu haben, die Wahrheit zu sagen.

    Friedrich Rückert

  14. Der Weise ist auf alle Ereignisse vorbereitet.

    Jean-Baptiste Molière

  15. In dieser Welt gibt's immer Gefahren für die, die sich fürchten

    George Bernard Shaw

  16. Eines Mannes Tugend erprobt allein die Stunde der Gefahr.

    Friedrich von Schiller

  17. Genieße jedes Wetter, solange es die Natur erlaubt.

  18. Grundsätzlich verlogene Menschen sind ungefährlich. Gefährlich sind nur Lügner, die manchmal die Wahrheit sagen.

    George Bernard Shaw

  19. Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten hat.

    Ludwig Börne

  20. Der heutige Mensch ist ein heimatloser trunkener Söldner geworden, der sich ebensogut für das Gemeine wie für das Hohe anwerben läßt.

    Albert Schweitzer