Sprüche über Glück
1267 Sprüche — Seite 18
Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.
Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.
Wer kein Unglück gehabt hat, der weiß von keinem Glück zu sagen.
Es kennzeichnet den Unerfahrenen, dass er nicht an glückliche Zufälle glaubt.
— Joseph Conrad
Des Menschen Glück ist nicht an seine Kraft, sondern an seine Laune geknüpft.
— Christian Friedrich Hebbel
Das Glück ist eine leichtfertige Person, die sich stark schminkt und von ferne schön ist.
— Johann Nepomuk Nestroy
Es sucht jeder in der Liebe nur sich, und es ist das höchste Glück, sich in ihr zu finden.
— Bettina von Arnim
Unverhofft wird dereinst die glückliche Stunde dir kommen
— Horaz
Wo Herz ist, da ist auch Glück.
Es gibt kein Glück im Wohlstand, durch Leiden wird das Glück erkauft
— Fjodor M. Dostojewski
Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück; sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir.
— Charles Robert Darwin
Wir halten oft manchen Menschen wegen seiner Mängel und Fehler für unglücklich, ich aber sage, dass derjenige der unglücklichste Mensch ist, welchem kein Mensch gefällt
— Abraham a Sancta Clara
Es ist nichts widerwärtiger als ein Dummkopf, der Glück hat.
— Marcus Tullius Cicero
Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten, kein Missbilligen, kein Schelten, macht die Liebe tadelhaft.
— Johann Wolfgang von Goethe
Wer ein lebenslängliches Glück mit einem schönen Weibe wünscht, gleicht einem Trinker, der den Geschmack des Weines dadurch dauernd zu genießen sucht, dass er seinen Mund immer voll davon behält.
— George Bernard Shaw
So wie der Glanz der Sterne, so blühe stets dein Glück, denk auch in weiter Ferne recht oft an mich zurück.
Die schönen Tage sind das Privileg der Reichen, aber die schönen Nächte sind das Monopol der Glücklichen.
— Johann Nepomuk Nestroy
Das öffentliche Wohl besteht aus dem Glück jedes einzelnen.
— Albert Camus
Gesundheit geht über's Reichsein.
Alles, was die Seele durcheinanderrüttelt, ist Glück
— Arthur Schnitzler
Die Glücklichen bedauern die Kürze der Tage, die Traurigen ermüden vom Schleichen der Jahre. Wer aber frei ist von Freude und Leid, für den gilt nicht "kurze" noch "lange" Zeit.
Nicht in der Erkenntnis liegt das Glück, sondern im Erwerben der Erkenntnis.
— Edgar Allan Poe