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Sprüche über Glück

1267 Sprüche — Seite 58

Kaum ein Wort klingt heller und entzieht sich zugleich so beharrlich jeder festen Definition wie das Glück. Für manche liegt es in einem flüchtigen Augenblick, für andere in tiefer Zufriedenheit oder im stillen Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Eben diese Vieldeutigkeit macht seinen Zauber und seine Schwierigkeit aus.

Wer genauer hinsieht, entdeckt darin kein bloßes Geschenk des Zufalls, sondern auch eine Frage der Wahrnehmung und inneren Haltung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen die vielen Gesichter des Glücks und machen sichtbar, warum es oft dort aufscheint, wo Erwartung, Dankbarkeit und Gegenwart ineinanderfinden.

  1. Gold macht taub, Glück macht blind.

  2. Das Schaf hat einen goldenen Fuß.

  3. Wenn man Schwalben am Hause hat, schlägt es nicht ins Haus.

  4. Die gebratenen Tauben fliegen einem nicht ins Maul.

  5. Nicht jeder, der jagt, hat Waidmannsglück.

  6. Den Gleichmut wahr dir mitten im Ungemach; wahr ihn desgleichen, lächelt dir hold das Glück.

    Horaz

  7. Ist es das Gute selbst an der schlimmsten Zeit, dass sie vergeht, ist eben dies das Schlimme auch an der besten

    Dante Alighieri

  8. Lerne nur das Glück zu ergreifen, denn das Glück ist immer da.

    Johann Wolfgang von Goethe

  9. Wer sich am wenigsten auf Glück verlässt, behauptet sich am besten.

    Nicolaus Machiavelli

  10. Je mehr sich Glück auf Glück häuft, desto mehr Gefahren laufen sie, auszugleiten und alle miteinander niederzustürzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  11. Abwechslung ist des Lebens Reiz, was freilich jede glückliche Ehe zu widerlegen scheint.

    Theodor Fontane

  12. Dass Glück ist nicht im ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zusammen zimmern

    Carmen Sylva

  13. Im Glücke ist ein wunderliches Walten! Viel besser magst du's finden als behalten.

    Gottfried von Strassburg

  14. Wer ist der glücklichste Mensch? Der fremdes Verdienst zu empfinden weiß und am fremden Genuss sich wie am eignen zu freun.

    Johann Wolfgang von Goethe

  15. Der Glückliche ist mit sich und seiner Umgebung einig.

    Oscar Wilde

  16. Glück gibt Gefährten, Gefahr bewahrt den Freund

    Friedrich Halm

  17. Glücklich, wer seinen Beruf erkannt hat. Er verlange nach keinem andern Glück!

    Thomas Carlyle

  18. Wo das Glück einmal einkehrt, da greift es leicht um sich.

    Gottfried Keller

  19. Die meisten glücklichen Ehen werden seufzend geschlossen, die meisten unglücklichen Ehen im Rausche des Entzückens.

    August von Kotzebue

  20. Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.

    Charles-Louis de Montesquieu