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Sprüche über Unglück

256 Sprüche — Seite 13

Wenn Hoffnungen scheitern, Sicherheiten wegbrechen oder das Leben eine dunkle Wendung nimmt, wird Unglück in seiner ganzen Schwere spürbar. Es gehört zu jenen Erfahrungen, die nicht nur verletzen, sondern auch den Blick auf Glück, Bindung und Verletzlichkeit verändern. Darum ist dieses Thema ernst und menschlich zugleich.

Seine Tiefe zeigt sich darin, dass Unglück selten isoliert bleibt, sondern Beziehungen, Selbstbild und Lebensdeutung mit erfasst. Im Erleiden wächst oft die Erkenntnis, wie viel Trost, Anteilnahme und innere Haltung in schweren Stunden bedeuten können.

  1. Unsere Entsagung macht uns fast immer unglücklich, und den nicht glücklich, dem das Opfer gebracht wird. Entsagte man nicht, so käme am Ende nicht zwei Leiden, sondern ein Glück und ein Unglück zust …

    Fanny Lewald

  2. Bei einem jähen, plötzlichen Schlag bricht der Mensch zusammen, aber es gibt eine stille Art von Unglück, die sich einschleicht, wie ein ungebetener, lästiger Gast, von dem man täglich hofft, er werde …

    Wilhelmine von Hillern

  3. Das Glück hat ein großes Gefolge, das Unglück kaum einen Gefährten.

    Theresa Keiter

  4. Wer Schadenfreude bei des Nächsten Unglück zeigt, der hat den Gipfelpunkt der Schlechtigkeit erreicht.

    Heinrich Martin

  5. Nur Unglück, welches plötzlich an uns heran tritt, fordert uns heraus, zu zeigen, ob wir klein oder groß sind.

    Heinrich Martin

  6. Unglück ist eine sinnbildliche Bezeichnung und wird von Jedem anders aufgefasst und empfunden.

    Heinrich Martin

  7. Kein Baumgipfel ist so hoch, dass sich dort nicht ein Rabe ein Nest bauen und zu uns herabkrächzen könnte. So auch das Unglück: wo ist seine letzte Etage?

    Heinrich Martin

  8. Das Unglück bricht manche Menschen, lässt andere aber Rekorde brechen.

    Sir Adolphus William Ward

  9. Nicht im Wirklichen und Greifbaren spielt sich das entscheidende Leben der Menschen ab, das Tiefste, woran der Sterbliche seine Seele bindet, ist Traum: So werden Glück und Unglück zu bloßen Namen.

    Jakob Wassermann

  10. Alle Lebewesen erscheinen mir gleich unglücklich, vom Engel bis zur Auster. Das Übel ist, geboren zu sein.

    Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)

  11. Wer Pech hat, den beisst der Hund auch, wenn er ein Kamel reitet.

  12. Wer Pech hat, ersäuft auch in der Pfütze

  13. Der Pechvogel stirbt sogar an einem Grießbrei.

  14. Das eingetretene Übel hat immer eine freundlichere Gestalt als das entfernte.

    Friedrich von Matthisson

  15. Wer nicht heiratet, wird nie so glücklich, als er wünscht, aber auch nie so unglücklich, als er fürchtet.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch

  16. Es gibt auch Menschen, die sich bei einem dreifachen Schädelbruch noch keine edlen Teile verletzten.

    Friedrich Wilhelm Kaulisch