291 Sprüche — Seite 13
Wer dankbar ist, sieht dieselbe Welt oft mit anderen Augen. Dankbarkeit verwandelt Selbstverständliches in etwas Kostbares und macht sichtbar, wie viel des Lebens Geschenk, Begegnung und unverdiente Gabe bleibt. Deshalb gehört dieses Thema zu den heilsamsten Formen innerer Sammlung.
Aus ihr wächst keine blinde Zufriedenheit, sondern ein wacher Blick für Wert und Verbundenheit. Dankbarkeit mildert Mangeldenken, vertieft Freude und verleiht selbst kleinen Erfahrungen jenes Gewicht, das im schnellen Alltag leicht verloren geht.
Gott grüßt alle Welt, aber wenige danken ihm.
Gott grüßt manchen, könnt' er ihm nur danken.
Die feine Lebensart schließt nicht immer Güte, Billigkeit, Gefälligkeit, Dankbarkeit in sich. Aber sie verleiht wenigstens den Anschein davon und stellt den Menschen äußerlich dar, wie er innerlich se …
— Jean de la Bruyère
Man soll niemand dankbar sein, von dem man gelobt wird.
— Antisthenes
Dankbarkeit, Dankesschuld, das sind sie schlimmsten Handschellen.
— John Steinbeck
Wie schnell der Dank der Menschen doch verweht und Undank wird!
— Sophokles
Man stattet den Dank eigentlich deshalb ab, um die Dankbarkeit loszuwerden.
— Karl Robert Eduard von Hartmann
Frauen schulden keiner einzigen Religion Dank für auch nur einen Impuls der Freiheit.
— Susan Brownell Anthony
Die Dankbarkeit ist die Tugend der Nachwelt
— Friedrich Vischer
Verluste sind Quittungen nicht gezeigter Dankbarkeit
— Theodor Körner
Unglückliche Menschen sind undankbare Menschen; das Glück wohnt niemals bei Undankbaren.
— Nikolaus B. Enkelmann
Dankbar sein, dass es Misserfolg und Unglück gibt; sie sind Warnsignale, uns zu verändern.
— Nikolaus B. Enkelmann
Eine Geliebte liebt man am meisten, eine Frau am besten und eine Mutter immer.
— Jean Antoine Petit-Senn
Unendliches verdankt die Welt den Müttern.
— Johan Peter Uz
Dank fordern für längst erwiesene Dienste? Erpressung!
— Otto Weiss
Wer nicht Undank leiden kann, ist der Welt ein unnützer Mann.
— Georg Rollenhagen
Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, zieret das Alter und die Jugend; wen man undankbar nennen kann, dem hängen aller Laster an.
— Georg Rollenhagen
Einige Leute murren immer, weil Rosen Dornen haben; ich bin dankbar, dass Dornen Rosen haben.
— Alphonse Karr
Später Dank und späte Freuden gleichen der Wintersonne: sie wärmen wenig und wecken müde Kräfte
— Theodor Toeche-Mittler
In Hoffnung schwört Ihr treuere Gelübde, als Ihr in Dank sie einlöst.
— Theodor Toeche-Mittler