470 Sprüche — Seite 19
Was vergangen ist, verschwindet nicht einfach, sondern lebt in der Erinnerung in neuer Form weiter. Sie bewahrt Stimmen, Gesichter, Schmerzen und Glücksmomente und verbindet damit Gegenwart und Vergangenheit auf eine Weise, die kein Besitz ersetzen kann. Deshalb gehört dieses Thema zu den innigsten Bereichen menschlichen Erlebens.
In stillen Augenblicken zeigt sich, wie sehr Erinnerung trösten, schmerzen und Identität stiften kann. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene innere Spurensammlung in Worte, durch die Menschen und Zeiten nicht ganz verloren gehen.
Wohltaten, still und rein gegeben, sind Tote, die im Grabe leben, sind Blumen, die im Sturm bestehn, sind Sternlein, die nicht untergehn.
— Matthias Claudius
Ich habe drei Wünsche, die sind zwar klein, doch passen sie hübsch in dein Album hinein. Fürs erste: sei frisch, gesund und munter! Fürs zweite: komm in der Schule nicht runter! Fürs dritte: vergi …
Dankbarkeit ist manchmal ein Band, oft aber eine Fessel
— Johann Wolfgang von Goethe
Nicht dem Wollen des Künstlers, sondern dem, was ihm auszusprechen gelungen ist, trägt die Nachwelt Rechnung.
— Franz Liszt
Dein Leben fand ein unerwartet schnelles Ende Doch die Spuren deines Lebens, in Gedanken, Bildern, Augenblicken, werden uns immer an dich erinnern. Du wirst immer in unserer Mitte bleiben.
Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel …
— Dietrich Bonhoeffer
Alt ist man erst dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft
— John Knittel
Eine Stimme, die vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr. Was bleibt, sind glückliche Erinnerungen, die uns niemand nehmen kann.
Was einer ist, was einer war, beim Scheiden wird es offenbar. Wir hören's nicht, wenn Gottes Weise summt, wir schaudern erst, wenn sie verstummt
— Hans Carossa
Wer lügt, muss ein gutes Gedächtnis haben.
Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.
— Wilhelm Busch
Mein Wunsch für dich ist, dass du in deinem Herzen dankbar bewahrst all die kostbaren Erinnerungen an dein Leben.
Kannst du eigentlich ermessen, welch ein guter Freund du mir? Solltest du das je vergessen, wär das gar nicht nett von dir!
Im zwanzigsten Lebensjahr regiert der Wille, im dreißigsten das Wissen, im vierzigsten das Urteil.
— Benjamin Franklin
Jede Woche einmal sollten wir unseren Taufbund erneuern
— Karl Julius Weber
Bald holterpolter, wie gerädert, in einem Wagen, der nicht federt, bald sanft wie im Automobil, so kam er an sein Lebensziel.
— Wilhelm Busch
Auch das ist Kunst, ist Gottesgaben, aus ein paar sonnenhellen Tagen sich so viel Licht ins Herz zu tragen, dass, wenn die Sonne längst verweht, das Leuchten immer noch besteht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Haß, als minus und vergebens, wird vom Leben abgeschrieben. Positiv im Buch des Lebens steht verzeichnet nur das Lieben. Ob ein Minus oder Plus uns verblieben, zeigt der Schluß.
Letzter Tag des Jahres, du Bild des letzten Lebens! Lehr, o lehre mich, dass nicht mein Leben einst sei gefloh'n und verschwunden wie das verschwundene Jahr!
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Mond und Jahre vergehen, und sind immer vorhanden. Aber ein schöner Moment leuchtet das ganze Leben hindurch.
— Franz Grillparzer