Sprüche über Gerechtigkeit
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Kaum ein Begriff wird so oft beschworen und so schwer eingelöst wie die Gerechtigkeit. Sie betrifft Verteilung, Urteil, Anerkennung und die tiefe menschliche Erwartung, dass Maßstäbe nicht bloß nach Macht, sondern nach Recht und Würde gesetzt werden. Darum gehört dieses Thema zu den großen moralischen Fragen jeder Gemeinschaft.
Ihre Schwierigkeit liegt darin, dass Gerechtigkeit mehr verlangt als bloße Regelanwendung. Sie braucht Gewissen, Augenmaß und den ernsthaften Willen, dem Einzelnen und dem Ganzen zugleich gerecht zu werden.
Die Rachsucht ist die Gerechtigkeit der Gemeinen.
— Hermann Stehr
Seid stolz dem Bösen gegenüber und demütig im Guten, standhaft in der Erfüllung des Rechten und furchtsam vor dem Antlitz der Gerechtigkeit.
— Hermann Stehr
Man soll frei sein, aber man soll gerecht und maßvoll sein.
— Alexandre Vinet
In so manchen Staaten sind alle Bürger vor dem Gesetz gleich; vor dem Gesetz, nicht vor dem Gericht.
— Otto Weiss
Oft ist bei Konflikten der eine Teil formell im Recht, der andere bloß tatsächlich.
— Otto Weiss
Zu den gewandtesten Advokaten dieser Welt gehört das Gewissen.
— Otto Weiss
Gar oft ist ohne Recht zerronnen, was ohne Recht man hat gewonnen.
— Bernhard Freidank
Raum für alle hat die Erde, wer aber gibt jedem die ihm gebührende Zeit?
— Theodor Toeche-Mittler
Je mächtiger man ist, desto eher ist man verpflichtet, gerecht zu sein, und stets bleibt Ehrlichkeit die vorteilhafteste Politik
— Hippolyte Taine
Immer Gerechtigkeit für andere: Mut für uns selbst. Das sind zwei Tugenden, worin alle andern bestehen.
— Rahel Varnhagen von Ense
Weisheit spannt den Willen ab und lässt ihn doch noch stark genug für das Rechte.
— August Pauly
Was ist es doch Schönes und Heiliges um das Recht und wie schmutzig und verworren sind die Wege zu ihm!
— August Pauly
Sei als Freund behutsam und gerecht, wer mit Misstrauen forscht, macht alles schlecht.
— Heinrich Martin
Alle Belohnung muss bis zum Urheber gehen. Wenn der Urheber belohnt wird, so kann sich kein Fehler einschleichen.
— Lü Bu We
Wer nicht imstande ist, Unrecht zu tun, muss sich daran gewöhnen, es zu erleiden.
— Luigi Pirandello
Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Ein Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein.
Was man nicht kann ändern, das muss man lassen schlendern.
Was einem zu weit ist, ist dreien zu eng und nur zweien gerecht
Es geht nicht wie bei der Äpfelfrau, dass man sich den Dicksten heraussucht