gratis-spruch.de Logogratis-spruch.de

Sprüche über Irrtum

300 Sprüche — Seite 15

Was für wahr gehalten wird, erweist sich nicht selten später als trügerisch oder unvollständig. Ein Irrtum gehört deshalb zu den ernüchterndsten, aber auch lehrreichsten Erfahrungen des Denkens, weil er Selbstgewissheit erschüttert und den Blick schärfen kann. Darin liegt seine unbequeme, oft heilsame Kraft.

Nicht jeder Fehler ist bloß ein Makel, manche Irrtümer öffnen erst den Weg zu größerer Klarheit. Wer sie erkennt, gewinnt Bescheidenheit und Urteilskraft, weil Einsicht meist dort reift, wo falsche Sicherheiten aufgegeben werden müssen.

  1. Es soll bloß keiner sagen, Ehen würden im Himmel geschlossen. Die Götter würden so eine große Ungerechtigkeit nicht begehen.

    Margarete von Valois

  2. Die Polizei sieht den Schuldigen durch die Finger; die Unschuldigen aber verdächtigt sie.

    Juvenal

  3. Das Geld macht keine Narren. Es enthüllt sie nur.

    Kin Hubbard

  4. Viele Leute verwechseln schlechtes Management mit Schicksal.

    Kin Hubbard

  5. Jede Zeit erkennt die Fehler ihrer Vorgängerin wie jeder Narr die Narrheit eines anderen, aber nicht seine eigene.

    August Pauly

  6. Was alles die Menschen als Zeichen von Vornehmheit ansehen, das macht sie gerade zum Pöbel.

    August Pauly

  7. Wir irren alle und leben in Irrtümern und können sie nicht vermeiden. Was wir aber können, das ist, sie aufzusuchen und inne zu werden und sie dadurch in unsere besten Lehrer zu verwandeln.

    August Pauly

  8. Die Verteidiger schwerer Irrtümer erinnern an die Soldaten der Termiten: Sie haben große Beißzangen und sind blind.

    August Pauly

  9. Irrtum und Wahrheit breiten sich in der Wissenschaft gleich schnell aus, werden gleich willig aufgenommen und gleich stark festgehalten, aber nicht gleich lang.

    August Pauly

  10. Was wir so oft »Liebe« nennen, ist doch nichts weiter als ein kurzer Sinnenrausch. Ist er in seiner Sonderheit verflüchtigt, so tritt größtenteils herbe Unbefriedigung und nicht selten Trennung ein.

    Heinrich Martin

  11. Was wir oft beim Manne als Mut bewundern, ist größtenteils nichts weiter, als Wallung von Furcht und Stolz, die nach kurzer Zeit wie Schaum zusammensinkt.

    Heinrich Martin

  12. Der Irrtum ist sehr schwer zu tragen; ihn los zu werden macht uns Plagen.

    Heinrich Martin

  13. Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrtums schöpfen?

    Heinrich Martin

  14. Wenn einer, was das Leben mit sich bringt nicht zu tragen weiss, nennt er das Missgeschick, was doch sein Charakter verschuldet hat.

    Menander

  15. Die Gespenster hausen nicht in alten Schlössern, sie stecken in uns selbst.

    Luigi Pirandello

  16. Erfahrung trügt so oft, weil niemals zwei Fälle ganz gleich gelagert sind.

    Rosalie Perles

  17. Man verzählt sich stets, wenn man mit Angst und Hoffnung rechnet.

    Francoise de Maintenon

  18. Unser Glaube an den geistigen Vorzug der reinen, ungemischten Bevölkerung ist ein wertloser Aberglaube. Schon Attika und Rom widerlegen ihn.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  19. Die meisten Schriften über Kunst sind von Leuten verfasst, die keine Künstler sind: daher alle die falschen Begriffe und Urteile.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix

  20. Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.

    Emily Elizabeth Dickinson