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Sprüche über Kritik

208 Sprüche — Seite 11

Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.

Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.

  1. Was zu Unrecht allgemeine Ablehnung erfährt, kehrt meist unter neuer Bezeichnung wieder.

    Henriette Wilhelmine Hanke

  2. Es gibt eine gehässige, ungehobelte Art zu tadeln und Kritik zu üben, womit nichts gewonnen, niemand gebessert, nur die Absicht, wehe zu tun, erreicht wird. Es gibt aber auch eine andere, geistreiche, …

    Rahel Varnhagen von Ense

  3. Nachsicht gewährt der Tadel den Raben und peinigt die Tauben.

    Juvenal

  4. Nichts zeugt von größerer Bildung, als grobes Schelten ruhig zu ertragen. Wenn der Gescholtene gar nicht so tut, als ob er gescholten wird, dann ist der Scheltende der Gescholtene

    Philemon

  5. Es ist eine ärgerliche Sorte von Köpfen, welche widersprechen, ehe sie begriffen haben.

    August Pauly

  6. Die Begeisterungen der Dichter und Künstler sind von jeher der Welt ein großer Anstoss und Gegenstand des Streites gewesen.

    Wilhelm Heinrich Wackenroder

  7. Freundschaft erlaubt einem nicht automatisch, dem anderen unangenehme Dinge zu sagen. Je näher man einem Menschen ist, desto wichtiger werden Taktgefühl und Höflichkeit.

    Oliver Wendell Holmes

  8. Die Kritik folgt den Schöpfungen des Geistes wie der Schatten unserem Körper. Sie hat wenig Nutzen, da die meisten Kritiker ganz unzulänglich sind.

    Ferdinand Victor Eugene Delacroix