208 Sprüche — Seite 4
Kritik gehört zu den empfindlichsten Formen menschlicher Auseinandersetzung. Sie kann verletzen, korrigieren, schärfen oder befreien, je nachdem, ob sie aus Überheblichkeit oder aus Wahrheitsliebe kommt. Deshalb ist dieses Thema für Lernen, Beziehungen und Selbstprüfung von besonderer Bedeutung.
Ihr Wert liegt nicht im Tadeln um des Tadels willen, sondern in der ehrlichen Klärung dessen, was verbessert werden kann. Gute Kritik verlangt Maß, Fairness und die Bereitschaft, auch die eigene Perspektive nicht für unfehlbar zu halten.
Das ist die beste Kritik von der Welt: wenn einer neben das, was ihm missfällt, etwas anderes besseres stellt.
— Friedrich Rückert
Ehrliche Kritik ist schwierig anzunehmen, besonders von einem Verwandten, einem Freund, einem Bekannten oder einem Fremden
— Franklin P. Jones
Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass man Anstoß erregt.
— Vincent van Gogh
Nur dem nützt das Lob, der den Tadel zu schätzen versteht.
— Robert Schumann
Wer mich ins Gesicht beschimpft, kann doch ein ehrbarer Mann und mein Freund sein.
Ehe man tadelt, sollte man immer erst versuchen, ob man nicht entschuldigen kann.
— Georg Christoph Lichtenberg
Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen fühlen, wenn jemand eine Wahrheit ausspricht.
— Christian Morgenstern
Ein Blick der Liebe und ein Wort der Ermunterung erreichen mehr als viele Vorwürfe.
— Don Bosco
So schlecht ein Mann auch über die Frauen denken mag, es gibt doch keine Frau, die über diesen Gegenstand nicht noch schlechter dächte als er.
— Nicolas Chamfort
Wenn du die Menschen verurteilst, hast du keine Zeit, sie zu lieben.
— Mutter Theresa
Am meisten ist und wahrsten der mein Freund, der warm, nicht heiß, das Gute, das ich habe, und streng nicht, doch genau den Fehl auch sieht.
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Behüte uns Gott vor den schlimmsten Menschen, die es gibt, den Korrekten.
— Paul de Lagarde
Sprich nie verächtlich über die Gesellschaft! Nur wem es nicht gelingt hineinzukommen, spottet darüber.
— Oscar Wilde
Wir müssen es riskieren, anfechtbare Dinge zu sagen, wenn dadurch lebenswichtige Fragen aufgerührt werden.
Über den Einwand eines Gescheiten lässt sich streiten; über der Entgegnung eines Dummen muß man verstummen.
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Den Lasterhaften tadelt oft, wer ihn beneidet
— Wilhelm Busch
Es gibt Worte, die gehen in den Kopf wie Splitter ins Fleisch: Man merkt es nicht. Erst nach einer Weile fangen sie an zu schmerzen und zu eitern, und oft hat man seine liebe Not, ehe man sie wieder r …
— Jeremias Gotthelf
Erst gegen Ende unseres Lebens müssen wir uns eingestehen, dass uns die am meisten genützt haben, die uns die größten Hindernisse in den Weg gelegt haben.
— Carl Ludwig Schleich
Etwas sollen wir unseren so genannten guten Freunden immer abzulernen suchen - ihre Scharfsichtigkeit für unsere Fehler.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der Glaube ist nimmermehr stärker und herrlicher, denn wenn die Trübsal und Anfechtung am größten ist
— Martin Luther