Sprüche über Ruhe
451 Sprüche — Seite 23
In einer lauten und beschleunigten Welt wirkt Ruhe fast wie ein verlorenes Gut. Sie ist weit mehr als Schweigen oder Stillstand, denn in ihr sammeln sich Klarheit, Selbstbeherrschung und die Möglichkeit, wieder bei sich selbst anzukommen. Deshalb gehört dieses Thema zu den stillen Voraussetzungen eines geordneten Lebens.
Wer sie findet, gewinnt nicht nur Entspannung, sondern oft auch einen klareren Blick auf das Wesentliche. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Ruhe mit Besinnung, Würde und innerer Stärke verbunden ist.
Viele wollen nicht zur Ruhe kommen, um nicht das erledigen zu müssen, was sie für eine Phase der Ruhe aufgeschoben haben.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Nur die Ruhe in uns selbst lässt uns sorglos zu neuen Ufern treiben.
— Adalbert Stifter
Ein Feld, das geruht hat, trägt herrlich Ernte.
— Ovid
Jeden Abend muss unser Lebensfahrzeug zur Ausbesserung auf dieselbe Werft, die Bettstatt gebracht werden, auf der es einst gebaut und vom Stapel gelassen wurde.
— August Pauly
Wenn wir viel sagen wollen, nehmen wir wenig Worte, wenn alles – gar keine.
— August Pauly
Ruhevoll werden und begehrungslos, die Welt verstehen und über ihre Schwächen lächeln, das ist dein Glück, alte Seele!
— August Pauly
Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.
— Heinrich Martin
Die Stille der Nacht oder des Waldes kann der Seele ein Hilfsmittel sein, in ihre eigenen Tiefen hineinzulauschen.
— Friedrich Lienhard
Auch Stillesein ist ein gewaltig Werk!
— Friedrich Lienhard
Das letzte Wort behält trotz aller lauten Reden doch immer der schweigende Erfolg.
— Georg Jacob F. P. H. Dechent
Einige Wochen selbstbeschaulicher Muße lassen dich begreifen, wie leicht man sich die Augen für sein Eigenstes monate- und jahrelang durch fremde Brillen verdirbt.
— Richard Fedor Leopold Dehmel