Sprüche über Sprache
428 Sprüche — Seite 16
Kein anderes menschliches Werkzeug verbindet so unmittelbar Denken, Gefühl und Gemeinschaft wie die Sprache. Mit ihr wird getröstet, verletzt, erkannt, verschwiegen und erinnert, weshalb sie weit mehr ist als bloße Verständigung. Darum gehört dieses Thema zu den grundlegenden Kräften jeder Kultur und jeder Beziehung.
Ihre Schönheit zeigt sich nicht nur im treffenden Wort, sondern ebenso im bewussten Schweigen. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie Sprache Welten eröffnet, Missverständnisse schafft und dem Unsichtbaren eine Form geben kann.
Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.
— Mark Twain
Worte, die nahe liegen, aber in die Ferne weisen, sind gute Worte.
Schenkt Worten keinen Glauben, wenn nicht Werke dahinter stehen.
— Maria Ward
Ein gutes Gespräch ist ein Kompromiss zwischen Reden und Zuhören
— Friedrich Georg Jünger
Man soll über die Liebe nicht sprechen sondern aus Liebe handeln, in Liebe leben.
Alles, was zu dumm ist, um gesprochen zu werden, wird gesungen.
— Voltaire
Wo das Wort von zu Hause bei mir ist, finde ich in der Fremde meinen Weg
— Dietrich Bonhoeffer
Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in der du dich befindest.
— Adolph Freiherr von Knigge
Nichts ist häufiger, als dass am Ende eines Streits beide Gegner um die Wette Unsinn reden.
— Ferdinando Coelestinus Galiani
Ein Streitgespräch mit einem Mann, der seinen Verstand aufgegeben hat, entspricht der Verabreichung von Medizin an die Toten
— Thomas Paine
Niemals davon sprechen, immer daran denken.
— Leon Gambetta
Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes zu hören wie die Bilder in einem Museum
— Edmond de Goncourt
Es gibt immer Erlebnisse, von denen man nie und nimmer reden kann, und doch jemand wünschte, der es schweigend verstünde, ohne daran zu rühren.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Die größte Macht hat das richtige Wort zur richtigen Zeit.
— Mark Twain
Das Geheimnis, langweilig zu sein, besteht darin, dass man alles sagt.
— Voltaire
Wie menschlich Menschen sind, zeigt ihr Umgang mit der Muttersprache.
— Friedrich von Schiller
Wer zuviel ißt, fühlt sich nicht wohl. Wer zuviel redet, kann mit seinen Nachbarn nicht in Frieden leben.
Literatur ist Unsterblichkeit der Sprache.
— Friedrich von Schlegel
Will man Tiefes sagen, so gewöhne man sich zunächst, nichts Falsches zu sagen.
— Marquis de Vauvenargues
Keiner ist zu arm dafür, es kostet nichts, bewirkt doch viel und erhält seinen Wert erst, wenn man es weitergibst: ein böses Wort.
— Baltasar Gracián y Morales