Sprüche über Tränen
158 Sprüche — Seite 7
Was Worte nicht mehr tragen können, findet oft in Tränen seinen Ausdruck. Sie sind Zeichen von Schmerz, Erleichterung, Liebe, Ohnmacht oder stiller Rührung und gehören damit zu den unmittelbarsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit. Deshalb berührt dieses Thema Herz und Erinnerung auf besondere Weise.
In ihnen zeigt sich, dass das Innere nicht immer durch Begriffe gebändigt werden kann. Tränen machen Verletzlichkeit sichtbar und öffnen zugleich einen Raum, in dem Trost, Nähe und Entlastung überhaupt erst möglich werden.
Der Mensch wird schwerlich hundert Jahre alt, doch seine Tränen könnten die Lebenszeit von tausend füllen
Die Stunde kommt, die Stunde kommt, wo du an Gräbern stehst und klagst.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
Auf langes Feiern folgen Tränen
Die Zeiten ändern sich. Und noch viel mehr die Menschen; und nur selten hebt man mit freudigem Lächeln wieder auf, was man mit bittern Tränen fallen ließ.
— Christian Friedrich Hebbel
Durch albernes Geheule wird nie was in er Welt gebessert.
— Wilhelm Raabe
Ein Regen von Tränen ist notwendig für die Ernte des Lernens.
Und ist dein Herz so freudenleer, und ist dein Aug' so tränenschwer, blick in ihr Aug' hinein: das hat gar lichten, hellen Strahl und trocknet die Tränen allzumal wie Frühlings-Sonnenschein.
— Joseph Victor von Scheffel
Viele Tränen sind Perlen, die nicht gehoben wurden.
— Peter Sirius
Die Mutter eines Ängstlichen pflegt nicht zu weinen
— Cornelius Nepos
Ein Erbe weint wie eine Braut; beider Weinen ist heimlich Lachen.
— Marcus Terentius Varro
Menschen gibt's, die können so rührend lügen, dass sie selbst dabei Tränen vergießen
— Otto Weiss
Seien wir froh, dass wenigstens diese Dinge nicht der Mode unterliegen: Lieben, Hassen, Lachen, Weinen.
— Otto Weiss
Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller, als Ströme von Blut zu vergießen.
— Lord Byron
Ein grausamer Mensch weidet sich an Tränen, er wird nicht durch sie gebrochen.
— Hippolyte Taine
Wie die Schere und der Wasserkrug des sorgsamen Gärtners den Baum in die Höhe treiben, so lassen die Tränen des vergangenen Jahres des Menschen Seele reifen.
Tränen sind kein Zeichen der Schwäche. Sie reinigen die Seele von Schwermut und Pein.
Wenn es nicht Tränen gäbe, würden die Rippen verbrennen
Mit Tränen wirst du Stahl zur Rührung bringen.
— Ovid
Tränen sind wie Perlen: Man weiß nie, ob sie echt sind.
Ich habe oft das Gefühl, dass Tränen Ersatzwerte sind für veruntreute Reichtümer und Kostbarkeiten.
— Carl Ludwig Schleich