438 Sprüche — Seite 7
Wünsche geben dem Inneren eine Richtung und verraten oft mehr über einen Menschen als seine fertigen Entscheidungen. In ihnen zeigen sich Mangel und Sehnsucht, Hoffnung und Vorstellungskraft, aber auch jene Unruhe, die das Erreichte nie ganz genügen lässt. Darum ist dieses Thema von zarter und zugleich aufwühlender Tiefe.
Nicht jeder Wunsch will erfüllt werden, manche leben gerade aus ihrer Ferne. Die Sprüche zu diesem Thema fassen das Verlangen nach Nähe, Sinn, Glück oder Veränderung in Worte und machen sichtbar, wie sehr Wünsche das Leben antreiben und zugleich verletzlich machen können.
Kein Wind ist dem günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will
— Michel de Montaigne
Die Unabhängigkeit und Freiheit der Menschen beruht weniger auf der Kraft der Arme als auf der Mäßigung der Herzen. Wer wenig begehrt, hängt von wenigem ab.
— Jean-Jacques Rousseau
Wir könnten manches vom Kapital entbehren, wenn wir mit den Interessen weniger willkürlich umgingen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Aus den Stellen, die jemand in Büchern anstreicht, kann man auf sein Bedürfnis oder auf sein Steckenpferd schließen.
— Ernst von Feuchtersleben
Man möge bedenken, dass man andere ertragen soll, wie man selbst ertragen zu werden wünscht.
— Jeremias Gotthelf
Pilze gibt es groß und klein - mögest du ein Glückspilz sein!
Ein ungestörtes Glück verlangen, heißt Mondeslicht mit Netzen fangen, den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln und Rosen fordern von den Nesseln.
— Otto von Leixner
Wer nimmt, was er nicht will, dem wird reichlich gegeben. Nur nicht das, was er braucht.
— Else Pannek
Eine verliebte Frau fürchtet nicht die Hölle, und das Paradies erscheint ihr keineswegs wünschenswert
— Anatole France
Wollen heißt Widersprüche wecken.
— Albert Camus
So wie der Glanz der Sterne, so blühe stets dein Glück, denk auch in weiter Ferne recht oft an mich zurück.
Scharren die Mäuse tief sich ein, wird ein harter Winter sein.
Ursula beginn, zeigt auf den Winter hin. (21. Okt.)
Die Hoffnung ist die Blüte des Wunsches, der Glaube die Frucht der Gewissheit.
— Honoré de Balzac
Wem nicht wenig genügt, den macht kein Reichtum satt.
— Christoph Martin Wieland
Fortschritt heißt heute, etwas zu wollen, was es ohne Fortschritt schon einmal gab.
Die meisten Künste erfordern langes Studium. Aber die nützlichste von allen Künsten, die Kunst, Menschen eine Freude zu machen, setzt nichts voraus als den Wunsch.
— Philip Chesterfield
Das eine Ziel schwer, das andere leicht, was einzig zählt, ist, was du erreichst.
Wer Wein verlangt, der keltre reife Trauben. Wer Wunder hofft, der stärke seinen Glauben.
— Johann Wolfgang von Goethe
Träumt einer allein, ist es nur ein Traum. Träumen viele gemeinsam, ist es der Anfang von etwas Neuem.