1787 Sprüche — Seite 38
Wen die Liebe kitzelt, dem ist der Tod nicht verhaßter als Aufschub.
Die Liebe treibt die Furcht aus.
Liebe empfindet keine Arbeit.
Lieb und Not hat kein Gebot.
Wer Lieb erzwingt, wo keine ist, der bleibt ein Narr zu aller Frist.
Gezwungene Liebe und gemalte Wangen dauern nicht.
Die Liebe trinkt nicht Rotwein.
Wider die Liebe ist kein Kraut gewachsen.
Lieb und Gesang kennt keinen Zwang.
Lieben und Singen läßt sich nicht zwingen.
Lieben und beten läßt sich nicht nöten.
Liebe weiß verborgene Wege.
Lieb und Rausch schaut zum Fenster aus.
Wer Liebe bergen will, dem kriecht sie an den Augen heraus.
Lieb, Feuer, Husten, Krätze, Gicht lassen sich verbergen nicht.
Stroh in Schuhen und Lieb im Herzen gucken überall heraus.
Lieben und Husten läßt sich nicht verbergen.
Die Liebe ist blind und macht blind.
Die Liebe ist wie der Tau, sie fällt auf Rosen und Kuhfladen.
Liebes geht über Schönes.
Es geht mehr Liebes zur Kirche als Schönes.
Was lieb ist, das ist schön.
Wer liebt, weiß wohl, was er begehrt, aber nicht, was es ist.
Wenn dir die Liebe ihre Brille aufsetzt, so siehst du in dem Mohren einen Engel.
Der Liebe Mund küsst auch den Hund.
Was tut die Liebe nicht, sagte jener Schneider, da küsste er einen Bock zwischen die Hörner.
Aus Liebe frißt der Wolf das Schaf.
Aus Liebe zum Talg leckt die Katze den Leuchter.
Wo die Liebe fehlt, erblickt man alle Fehler.
Wasser geht durch Stiefel, Liebe durch Handschuhe.
Die Augen sind der Liebe Tür.
Lieben und Buhlen fängt im Gesicht an.
Liebe hat ihren Sitz in den Augen.
Die Lieb ist süß, bis ihr wachsen Händ und Füß.
Weder nie noch nimmerfort, ist der Liebe Losungswort.
Wenn die Liebe so zunähme, wie sie abnimmt, so fräßen sich die Eheleute vor Liebe.
Liebe findet man nicht auf dem Markte feil.
Liebe kann viel, Geld kann alles.
Wer aus Liebe heiratet, hat gute Nächte und üble Tage.
Von der Liebe kann man nicht leben.