1614 Sprüche — Seite 23
Kein anderes Gefühl vermag einen Menschen zugleich so zu stärken und so verletzlich zu machen wie die Liebe. Sie stiftet Nähe, weckt Sehnsucht, fordert Vertrauen und lässt selbst im Glück ein leises Zittern zurück. Darum gehört sie seit Jahrhunderten zu den großen Themen von Dichtung, Philosophie und Lebensweisheit.
In ihrer ganzen Tiefe zeigt sie sich nie nur als romantisches Versprechen, sondern auch als Prüfung von Geduld, Hingabe und innerer Reife. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene Kraft in Worte, die Herzen öffnet, Maßstäbe verschiebt und dem Leben seinen hellsten wie schmerzlichsten Glanz verleihen kann.
Wenn wir lieben, dienen wir; solange wir von anderen geliebt werden, möchte ich behaupten, sind wir fast unentbehrlich; und niemand ist nutzlos, wenn er einen Freund besitzt.
— Robert Louis Stevenson
Wehe der Liebe, die an den Blicken der Menschen stirbt.
— Frank Wedekind
Möge das neue Jahr nur gute Tage für dich haben. Mögen dieses Haus und alle, die in ihm wohnen, im neuen Jahr mit Gottes Liebe gesegnet sein.
Kein Werk ist zu niedrig, das aus Liebe getan wird.
— Achim von Arnim
Tadelt man, dass wir uns lieben, dürfen wir uns nicht betrüben: Tadel ist von keiner Kraft. Andern Dingen mag das gelten, kein Missbilligen, kein Schelten, macht die Liebe tadelhaft.
— Johann Wolfgang von Goethe
Verliebtsein ist nur ein außerordentlicher Fall von freiwilliger Blindheit!
— Honoré de Balzac
Wo die Liebe hinfällt, da bleibt sie liegen, und wär' es ein Misthaufen.
Liebe ist die Fähigkeit, Ähnliches an Unähnlichem wahrzunehmen
— Theodor W. Adorno
Wer nicht eifert, liebt nicht.
Die Liebe ist der Dichtung Stern, Die Liebe ist des Lebens Kern, Und wer die Lieb' hat ausgesungen, Der hat die Ewigkeit errungen.
— Friedrich Rückert
Die Liebe des Vaters kommt aber der der Kinder zuvor.
— Nikolaus von Kues
Der Gott muss in den Liebenden sein, ihre Umarmung ist eigentlich seine Umschließung, die sie in demselben Augenblicke gemeinschaftlich fühlen, und hernach auch wollen.
— Friedrich Schleiermacher
Was auch als Wahrheit oder Fabel in tausend Büchern dir erscheint, das alles ist ein Turm zu Babel, wenn es die Liebe nicht vereint.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Eifersucht stirbt viel später als die Liebe.
— Herbert George Wells
Liebe und Hass sind die Hörner am selben Stier.
Notwendiger ist: zu lieben, um zu verstehen, als zu verstehen, um zu lieben.
— Henry de Montherlant
An allen meinen Leiden ist nur die Liebe schuld.
— Giovanni Paisiello
Liebe, aber wahrhaftig! Und es fallen dir alle anderen Tugenden von selbst zu.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Dass sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe.
— Friedrich von Schiller
Ich liebe meine irdischen Freunde als Gefährten der Ewigkeit.
— Mechthild von Magdeburg