1614 Sprüche — Seite 55
Kein anderes Gefühl vermag einen Menschen zugleich so zu stärken und so verletzlich zu machen wie die Liebe. Sie stiftet Nähe, weckt Sehnsucht, fordert Vertrauen und lässt selbst im Glück ein leises Zittern zurück. Darum gehört sie seit Jahrhunderten zu den großen Themen von Dichtung, Philosophie und Lebensweisheit.
In ihrer ganzen Tiefe zeigt sie sich nie nur als romantisches Versprechen, sondern auch als Prüfung von Geduld, Hingabe und innerer Reife. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene Kraft in Worte, die Herzen öffnet, Maßstäbe verschiebt und dem Leben seinen hellsten wie schmerzlichsten Glanz verleihen kann.
Vier Reize, die vergehen nie im viel bewegten Weltgetriebe der Reiz der Jugend und der Liebe, des Frühlings und der Poesie!
Eigentlich geht im Prinzip alles, aber ohne Liebe geht nichts.
Es haut der Förster seine Föhren, es haut die Magd die Türe zu, es haut der Lehrer seine Gören, in meinem Herzen haust nur Du!
Liebe ist süß, wo Liebe erfolgt.
Ich vermag nicht einzusehen, wie man Demut ohne Liebe oder Liebe ohne Demut habe oder haben könne.
— Theresia von Avila
Wenn man alle Treue, Liebe, Huld und Zärtlichkeit der Eltern, Kinder, Ehegatten, Verwandten, Freunde und all derer, die einander Gutes tun, zusammengießen könnte, so wäre es kein Tröpflein gegen das M …
— Johann Albrecht Bengel
Liebe fordert letzte Beugung, und ich trau' dem dunklen Rufe. Noch im tiefen Graun der Zeugung fühl' ich Sehnsucht, ahn' ich Stufe.
— Hans Carossa
Liebe macht mehr Vergnügen als die Ehe. Romane sind auch unterhaltender als die Geschichte.
— Nicolas Chamfort
Ehrerweisung, die nicht aus der Liebe kommt, ist nicht Ehrung, sondern Schmeichelei.
— Bernhard von Clairvaux
Liebe ist Verzicht auf Widerstand, und Widerstand ist das Grundprinzip des Geistes. Deshalb vertragen sich Geist und Liebe so schlecht.
— Otto Flake
Ich kann nirgendwo die Liebe Gottes besser ablesen als im Kreuz... Da eröffnet er die Quelle, die mich freimacht von aller Schuld. Da ist eine Tür in den Himmel.
— Wilhelm Busch
Eine Mutter hat immer recht! Sie hat zuviel gelitten und geliebt, als dass es anders sein könnte...
— Hermann Sudermann
Die Liebe ist jene Flamme, welche die Götter den Sterblichen missgönnen, und die Eifersucht ist der fressende Geier, der den Diebstahl furchtbar rächt.
— Ludwig Börne
Stark ist, wer liebt
— Richard Ritter Kralik von Meyrswalden
Ich will dein Bett aus Rosen richten und tausend zarte Reime dazu dichten.
— Christopher Marlowe
Im späteren Leben werdet Ihr Freunde haben, aber nie mehr werdet Ihr die unaussprechliche Liebe und Güte haben, die eine Mutter schenkt
— Thomas Babington Macaulay
Wer freien will, muss erst ausdienen
Fünfzig Jahre Eheleben fest vereint in Glück und Leid, immer nur das Beste geben, ist schon keine Kleinigkeit.
Die Ehe ist ein Zweikampf, der mit Ringen anfängt.
Eine kleine Betriebsstörung im Verkehr zweier Herzen kann immerhin vorkommen.
— Wilhelm Busch