1614 Sprüche — Seite 69
Kein anderes Gefühl vermag einen Menschen zugleich so zu stärken und so verletzlich zu machen wie die Liebe. Sie stiftet Nähe, weckt Sehnsucht, fordert Vertrauen und lässt selbst im Glück ein leises Zittern zurück. Darum gehört sie seit Jahrhunderten zu den großen Themen von Dichtung, Philosophie und Lebensweisheit.
In ihrer ganzen Tiefe zeigt sie sich nie nur als romantisches Versprechen, sondern auch als Prüfung von Geduld, Hingabe und innerer Reife. Die Sprüche zu diesem Thema fassen jene Kraft in Worte, die Herzen öffnet, Maßstäbe verschiebt und dem Leben seinen hellsten wie schmerzlichsten Glanz verleihen kann.
Liebe und das Selbst sind eines, und wer eines davon entdeckt, hat beides verwirklicht.
Die Würze einer langen Verlobungszeit liegt darin, dass die Bräute wechseln.
— Alexander Roda Roda
Heiraten und Nähnadeln müssen die Frauenzimmer einfädeln
— August von Kotzebue
Sobald eine Frau ihrem Mann ein Kind schenkt, wächst ihre Fähigkeit, sich Sorgen zu machen: Sie hört mehr Einbrecher, sie riecht mehr Verbranntes, im Theater oder beim Tanz fragt sie nach, ob ihr …
— James Thurber
Schulbank drücken jahrelang. Abschlussprüfung - Gott sei Dank! Oh Kinder wie die Zeit vergeht. ... Jahre sind verweht. Berufsleben ist auch nicht leicht. Der Zahn der Zeit am Körper streicht. …
Glücklicher Säugling! Dir ist ein unendlicher Raum noch die Wiege. Werde Mann, und dir wird eng die unendliche Welt!
— Friedrich von Schiller
Die Liebe der Eltern ist hundertmal größer als die Liebe der Kinder
Vaterlandsliebe ist erweiterte Familienliebe
— Marie von Ebner-Eschenbach
Freundschaft mit einer Frau ist mir unmöglich; die Frau taugt nur zur Liebe.
— Sully Prudhomme
Die Liebe ist die Schöpferin und Meisterin aller Dinge und Gottes älteste Gesellin
— Ernst Moritz Arndt
Lieben und vernünftig sein ist kaum einem Gotte möglich.
Zum freudigen Ereignis liebe Wünsche für Eltern und Kind - ab sofort auf Schritt und Tritt, gehen zwei kleine Füßchen mit!
Jedes Kind, das zur Welt kommt, predigt sogleich das Evangelium der Liebe.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Wir rufen in die Welt hinaus: Hier ist euer Hochzeitsstrauß! Es soll sich keiner daran wagen, an eurem Glück herumzunagen.
Vor finstrer Sonne in der Blüte der liebe Gott das Korn behüte!
Die Liebe lässt sich nicht verbergen.
Die Liebe und s' Singen lassen sich nicht zwingen.
Der Liebe ist kein Weg zu weit.
Freien ist ein gewagtes Spiel. Gewinne sind drin, doch der Nieten viel.
Was von unserem Herrgott aus zusammengehört, das kommt zusammen!