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Sprüche über Oberflächlichkeit

161 Sprüche — Seite 5

Wo nur der erste Eindruck zählt und Tiefe als Mühe empfunden wird, breitet sich Oberflächlichkeit aus. Sie begnügt sich mit Schein, schnellen Urteilen und leichter Wirkung und meidet alles, was Geduld, Ernst oder genaues Hinsehen verlangt. Deshalb steht dieses Thema für einen Mangel, der oft erst spät erkannt wird.

Ihr Problem ist nicht bloß fehlende Bildung, sondern fehlende Bereitschaft zur wirklichen Begegnung mit Menschen und Dingen. Oberflächlichkeit lässt vieles unberührt und verhindert gerade dadurch jene Erkenntnis, die nur in der Tiefe entsteht.

  1. Eine gute Gelegenheit ist schwer erlangt und leicht versäumt.

  2. Es genügt nicht, dass die Hände sauber sind. Es bedarf auch eines reinen Geistes

    Thales von Milet

  3. Die meisten Menschen, welche schlicht und ungelehrt sind, machen keinen Anspruch auf den Besitz abstrakter Begriffe.

    George Berkeley

  4. Leichtgläubigkeit ist eines Mannes Schwäche und eines Kindes Stärke

    Charles Lamb

  5. Manch einer macht die Ohren auf, wenn er es aber nicht mit dem Herzen aufnimmt, dann hat er nichts als leeren Schall.

    Hartmann von Aue

  6. Verluste sind Quittungen nicht gezeigter Dankbarkeit

    Theodor Körner

  7. Wer die Zeit verklagen will, dass so zeitig sie verraucht, der verklage sich nur selbst, dass er sie nicht zeitig braucht

    Friedrich von Logau

  8. Mancher traditionelle Gedanke kommt uns glaubhaft vor, weil wir ihn nie ernstlich angesehen haben.

    Richard Rothe

  9. Weil die meisten Leute noch immer die falschen Dinge glauben, warten die richtigen Ereignisse noch immer auf ihren Kopfsprung ins Leben.

    Christa Schyboll

  10. Es gibt Leute, die nachdenken, um zu schreiben. Wieder andere schreiben, um nicht nachdenken zu müssen.

    Charles Joseph Fürst von Ligne

  11. Das größte und reinste Wunder, wäre es allen sichtbar, dauerte aber nur einen Augenblick, es fiele durch das Hirn der Menschheit glatt durch.

    Prentice Mulford

  12. Die öffentliche Meinung ist eine Buhlerin: Man sucht ihr zu gefallen, ohne sie zu achten

    Jean Antoine Petit-Senn

  13. Leidenschaften sind wie Flüsse und Ströme: Die seichten plätschern, die tiefen bleiben still.

    Sir Walter Raleigh

  14. Der Mensch ist dazu da, um zu lieben, und wenn er nicht liebt, lebt er nicht.

    Alexandre Vinet

  15. Kunst, die nicht dem Leben entspringt, ist Künstelei.

    Otto Weiss

  16. Das Leben ist ein Gemälde – um so schöner, je ungenauer man es betrachtet.

    Otto Weiss

  17. Wer sein Leben zu einer Sache des Genusses macht, entwertet es zum bloßen Dasein.

    Ferdinand Ebner

  18. Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.

    Auguste Rodin

  19. Einen Krieg beginnen, heißt nichts weiter, als einen Knoten zerhauen, statt ihn auflösen.

    Christian Morgenstern

  20. Wer dem Leben gegenüber gleichgültig bleibt, ist verantwortungslos.

    Menander