421 Sprüche — Seite 15
Wenn etwas oder jemand Unersetzliches fehlt, findet die Trauer ihren stillen und schweren Platz im Leben. Sie ist nicht bloß Schmerz, sondern auch Ausdruck von Liebe, Bindung und der Unmöglichkeit, einen Verlust einfach hinzunehmen. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit.
In ihr zeigt sich, dass das Herz länger erinnert, als der Alltag es wahrhaben möchte. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Tränen und innerer Leere und geben jener empfindsamen Arbeit der Seele eine eindringliche Sprache.
In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht; ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht; ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe; ich bin unruhig, aber bei dir ist der Friede; in mir …
Nichts ist gewiss im Leben eines Menschen - ausser, dass er es verlieren muss.
— George Meredith
Ich werde die wiedersehen, die ich auf Erden geliebt habe, und jene erwarten, die mich lieben.
— Antoine de Saint-Exupéry
Ein glückseliges Leben ist der Genuss der Gegenwart; das ewige Leben ist die Hoffnung der Zukunft.
— Ambrosius
Der Mensch erfährt, er sei auch wer er mag, ein letztes Glück und einen letzten Tag.
— Johann Wolfgang von Goethe
Es wird Stille sein und Leere. Es wird Trauer sein und Schmerz. Es wird dankbare Erinnerung sein, die wie ein heller Stern die Nacht erleuchtet, bis weit hinein in den Morgen.
Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren
— Albert Schweitzer
Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.
— Stefan Zweig
Menschen stehen und warten, das Leben bringt und geht, der Tod kommt und nimmt.
Der Tod kommt immer zu früh - auch wenn man ihn erwartet hat.
Du bist erlöst von deinem Leiden, läßt uns allen in tiefem Schmerz, ach, wie so schwer ist doch das Scheiden. Nun ruhe aus, du gutes Herz.
Des Lebens Meereswellen, sie brausen und sie schwellen und schwemmen mit der Zeit hinweg das größte Leid.
Bedenke, über alles Leid, das die Tage bringen, zieht mit raschen Schwingen tröstend hin die Zeit.
Drei Dinge überleben den Tod. Es sind Mut, Erinnerung und Liebe.
Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Wir haben so viel, wieviel wir glauben und hoffen, denn dem Glaubenden ist alles möglich.
— Martin Luther
Es kann nicht immer so bleiben, hier unter dem wechselnden Mond, es blüht eine Zeit und verwelket, was mit uns die Erde bewohnt.
— August von Kotzebue
Siehe, die Trauer, sie ist des Trauernden einziger Trost.
— Rupert Johann Hammerling
Wir setzen uns mit Tränen nieder und rufen dir im Grabe zu: Ruhe sanft, sanfte Ruh!
— Johann Sebastian Bach
Erloschen ist das Leben dein, du wolltest gern noch bei uns sein. Dein Wille war stark,du wolltest die Krankheit bezwingen und wusstest nicht, was sie verbarg. Vergeblich war dein Ringen. Wie schme …