Sprüche über Trauer
421 Sprüche — Seite 8
Wenn etwas oder jemand Unersetzliches fehlt, findet die Trauer ihren stillen und schweren Platz im Leben. Sie ist nicht bloß Schmerz, sondern auch Ausdruck von Liebe, Bindung und der Unmöglichkeit, einen Verlust einfach hinzunehmen. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Formen menschlicher Wahrhaftigkeit.
In ihr zeigt sich, dass das Herz länger erinnert, als der Alltag es wahrhaben möchte. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Tränen und innerer Leere und geben jener empfindsamen Arbeit der Seele eine eindringliche Sprache.
Lass mich schlafen, bedecke nicht meine Brust mit Weinen und Seufzen, sprich nicht voller Kummer von meinem Weggehen, sondern schließe deine Augen, und du wirst mich unter euch sehen, jetzt und i …
— Khalil Gibran
Niemand kennt den Tod. Es weiß auch keiner, ob er nicht das größte Geschenk für den Menschen ist.
— Sokrates
Mit Trauer haben wir vernommen, den Abschied, ohne großes Wort. Ein lieber Mensch ist uns genommen, jedoch im Herzen lebt er fort.
Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.
— Dietrich Bonhoeffer
Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unseren Herzen zurückgelassen hat.
Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen, ein Hochzeitsfest unter Engeln.
— Khalil Gibran
Der Tod kann freundlich kommen, zu Menschen die alt sind, deren Hand nicht mehr festhalten will, deren Augen müde wurden, deren Stimme nur noch sagt: "Es ist genug - das Leben war schön" …
Ich hab' mein Leben überwunden, bin nun befreit von Schmerz und Pein. Denkt nur an unsere frohen Stunden, und laßt mich immer bei euch sein. Gönnet mir die ew'ge Ruh und deckt mich nicht mit Trän …
Es ist so schwer, wenn sich der Mutter Augen schließen, zwei Hände ruh`n, die einst so treu geschafft, wenn uns`re Tränen still und heimlich fließen, uns bleibt der Trost; Gott hat es wohl gemacht.
Der Tod ist wie ein Horizont, er ist lediglich die Grenze unseres Sehvermögens.
Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen. Lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen, mitten in uns
— Rainer Maria Rilke
Man sieht die Sonne untergehen und erschrickt doch, wenn es Nacht wird.
Denn wie uns Nebel den noch so klaren Anblick der Sonne verdunkeln, ohne uns doch ihren Glanz ganz und gar zu entziehen, so schickt uns Gott im Unglück durch alles Dunkel hindurch Strahlen seiner Gnad …
— Johannes Calvin
Irgendwo blüht die Blume des Abschieds und streut immerfort Blütenstaub, den wir atmen, herüber; auch noch im kommendsten Wind atmen wir Abschied.
— Rainer Maria Rilke
Wenn wir aus dieser Welt durch Sterben uns begeben, so lassen wir den Ort, wir lassen nicht das Leben.
— Nikolaus Lenau
Das Leben ist eine Flamme, die sich selbst verzehrt; aber sie fängt jedes Mal wieder Feuer, sobald ein Kind geboren wird.
Wenn Liebe ein Weg und Erinnerung Stufen wären, dann würden wir heraufsteigen und dich zurückholen.
Die Erwähnung des Namens meines Kindes bringt Tränen in meine Augen doch er bringt auch Musik in meine Ohren. Wenn du wirklich mein Freund bist lass mich die Musik ihres Namens hören. Er besänfti …
Die Stimme, die uns so vertraut war, schweigt. Der Mensch, der unsere Mitte war, ist nicht mehr da. Was bleibt, sind die Spuren der Liebe, geprägt in den vielen Jahres des gemeinsamen Lebensweges. …
Der Tod ist das Pünktchen auf der letzten Phase unseres Lebens; der Deckel auf dem Topf, in dem es sonst so kochte und brauste
— Graf Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau