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Sprüche über Verlust

469 Sprüche — Seite 19

Nichts macht die Endlichkeit des Lebens so spürbar wie der Verlust. Ob ein Mensch, eine Gewissheit, eine Heimat oder eine Hoffnung schwindet, immer bleibt eine Lücke zurück, die nicht einfach mit Worten geschlossen werden kann. Darum gehört dieses Thema zu den schwersten und zugleich wahrhaftigsten Erfahrungen des Menschseins.

Seine Tiefe liegt darin, dass Verlust nicht nur nimmt, sondern auch den Blick auf das Kostbare schärft. Die Sprüche zu diesem Thema sprechen von Abschied, Leere und Erinnerung und geben jenem Schmerz Ausdruck, der noch lange nach dem Ereignis weiterwirkt.

  1. Hat der Teufel den Hund geholt, so hol' er auch den Strick.

  2. Man jagt die Katze zu spät vom Speck, wenn er gefressen ist.

  3. Was hilft's, dass die Kuh viel Milch gibt,wenn sie den Kübel umstößt?

  4. Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist,

  5. Wenn die Kuh gestohlen ist, sperrt man den Stall.

  6. Was einem nicht soll werden, ist das Liebste auf Erden.

  7. Fremdes Pferd und eigene Sporen haben bald den Wind verloren.

  8. Es war ein gut Roß, da wir's hatten.

  9. An kurzen Rossen und langen Stieren ist nichts zu verlieren.

  10. Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!

  11. Eine schlimme Kaufmannschaft, wo niemand gewinnt.

  12. Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.

  13. Sind die Hasen erlegt, schlachtet man die Hunde.

  14. Je mehr sich Glück auf Glück häuft, desto mehr Gefahren laufen sie, auszugleiten und alle miteinander niederzustürzen.

    Baltasar Gracián y Morales

  15. Zügellosigkeit hat zur natürlichen Folge Erschlaffung, Missbrauch der Freiheit den Verlust derselben.

    Friedrich von Schlegel

  16. Manche Leute verstehen unter einem stillen Teilhaber einen Mann, der keinen Krach schlägt, wenn er Geld verliert.

    Henry Ford

  17. Köpfe, die nur den Nutzen und das Brauchbare bedenken, vernutzen und verbrauchen die Welt.

    Friedrich Georg Jünger

  18. Ist das Leben unglücklich, so ist es mühselig zu ertragen, ist es glücklich, so ist es furchtbar, es zu verlieren. Beides kommt aufs gleiche heraus.

    Jean de la Bruyère

  19. Der Geizige verbrennt seine Fingernägel, um Leuchtöl zu sparen.

  20. Schönheit ist wie eine Leibrente; wenn die Schönheit stirbt, so hört die Zahlung auf, und sie stirbt immer jung

    August von Kotzebue