Sprüche über Würde
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Würde bezeichnet jenen inneren Wert, der einem Menschen nicht erst durch Erfolg, Stellung oder Zustimmung verliehen werden muss. Sie zeigt sich in Haltung, Selbstachtung und dem stillen Bewusstsein, auch unter Druck nicht beliebig zu werden. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Grundlagen menschlicher Größe.
Besonders sichtbar wird Würde dort, wo jemand nicht durch äußeren Glanz, sondern durch Standhaftigkeit und Maß beeindruckt. Sie bewährt sich in Niederlagen ebenso wie in Anerkennung und verlangt, dass das Eigene nicht unter dem Blick anderer preisgegeben wird.
Einen Namen hat man, wenn man keinen Wert mehr auf seine Titel legt.
— Anton Graff
Des Ruhmes Würdigkeit verliert an Wert, wenn der Gepriesene selbst mit Lob sich ehrt.
— William Shakespeare
Besser in Ehren sterben, als sich durch feige Flucht retten.
— Roald Amundsen
Durch das Unrecht, das wir anderen zufügen, entehren wir uns selbst
— Hermann Stehr
Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in der Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.
— François de la Rochefoucauld
Von der Zunge hängt des Menschen Würde und Glück ab.
— Erasmus von Rotterdam
Man speist am besten mit begabten Menschen, die einander hochschätzen.
— Jules de Goncourt
Die Würde, die in der Bewegung eines Eisberges liegt, beruht darauf, dass nur ein Achtel von ihm über dem Wasser ist.
— Ernest Miller Hemingway
Ach, könnte nur dein Herz zu einer Krippe werden! Gott würde noch einmal ein Kind auf Erden.
— Angelus Silesius
Würde man den Zeitungen den Fettdruck nehmen, um wie viel stiller wäre es in der Welt -!
— Kurt Tucholsky
Geduld verlieren heißt Würde verlieren.
Wie kahl und jämmerlich würde manches Stück Erde aussehen, wenn kein Unkraut darauf wüchse.
— Wilhelm Raabe
Ich würde lieber alle Fabeln der Legenden, des Talmud und des Koran glauben, als dass das Gefüge des Universums ohne einen Geist ist.
— Albert Camus
Das nenne ich würdig, fürwahr, sich im Alter zu beschäftigen!
— Heinrich von Kleist
Größe ist nicht, Anerkennungen zu erhalten, sondern sie zu verdienen
— Aristoteles
Wie froh bin ich, dass ich Spargel nicht leiden kann; denn wenn er mir schmecken würde, dann würde ich ihn essen, und ich hasse das Zeug !
— Lewis Carroll
Für die Menschen gibt es nichts Überzeugenderes als die Erfolge, willig beugen sie sich dem Glücke und dem Ruhm.
— Leopold von Ranke
Sklavische Hingabe an die Launen des Schicksals ist eines denkenden Menschen unwürdig.
— Heinrich von Kleist
Wer seine Freunde zu Gast hat und sich in keiner Weise persönlich um das Mahl kümmert, das für sie bereitet wird, ist unwürdig, Freunde zu haben.
— Jean Anthelme Brillat-Savarin
Takt und Würde lehrt das eigene Herz, nicht der Tanzmeister
— Fjodor M. Dostojewski