770 Sprüche — Seite 4
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Fast jeder hat Gefühl für die Natur, der eine mehr, der andere minder, aber nur wenig gibt es, die fühlen: Gott ist Geist.
— Vincent van Gogh
Geduld ist ein Baum, dessen Wurzel bitter, dessen Frucht aber sehr süss ist.
Zu den Steinen hat einer gesagt: 'Seid menschlich.' Die Steine haben gesagt: 'Wir sind noch nicht hart genug.'
Das Glück liegt an jedem Tag des Jahres auf deinem Weg. Bück dich, heb es auf und halte deine Nase tief in seine Blütenblätter!
Die Liebe ist der Versuch der Natur, den Verstand aus dem Weg zu räumen
Es wäre verlorene Mühe, wollte man den Mond aus dem Wasser fischen.
Deine Liebe ist in meinem Herzen wie ein Schilfrohr in den Armen des Windes.
Kein Mensch kann volle tausend Tage glücklich sein, keine Blume vermag hundert Tage zu blühen.
Jedes Werden in der Natur, im Menschen, in der Liebe muss abwarten, geduldig sein, bis seine Zeit zum Blühen kommt.
— Dietrich Bonhoeffer
Der Mensch will wohl endlich so weit kommen wie die Blumen und die Bäume: ruhig leben und sterben zu dürfen. Zweifellos wünschen sich die meisten Menschen nichts Besseres.
— Christian Morgenstern
Liebe zur Natur ist die einzige Liebe, die menschliche Hoffnungen nicht enttäuscht.
— Honoré de Balzac
Denken und Empfinden sind von Natur aus verschieden.
— Aristoteles
Zwei Blümlein blüh'n auf einer Au das eine rot, das andere blau, das blaue sprach: "Vergissmeinnicht", das rote sprach: "Ich liebe dich".
Die Blüte braucht Sonne, um Frucht zu werden. Der Mensch braucht Liebe, um Mensch zu werden.
Und aus der Erde schauet nur alleine noch Schneeglöckchen; so kalt, so kalt ist noch die Flur es friert im weißen Röckchen.
— Theodor Storm
Natur und Musik können anrühren und bewegen, trösten und stärken, uns zu den Wurzeln führen, über uns hinaus und zu uns selbst
— Else Pannek
Gott handelt nur nach den Gesetzen seiner Natur und von niemandem gezwungen.
— Baruch de Spinoza
Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte
— Bertolt Brecht
Vernünftige Einsicht zu haben ist die größte Tugend, und Weisheit ist es, Wahres zu reden und gemäß der Natur zu handeln, indem man auf sie hört.
— Heraklit von Ephesos
Ein Mensch mit Frieden in der Seele ist wie eine Sonne im Haus, die Nebel und Wolken aufzehrt.
— Albert Schweitzer