Sprüche über Natur
770 Sprüche — Seite 22
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Wenn man mit einer jungen Dame vom Wetter redet, vermutet sie, dass man etwas ganz anderes im Sinn hat. Und meistens hat sie damit Recht!
— Oscar Wilde
Es gibt Kamele mit einem Höcker und welche mit zweien. Aber die größten haben gar keinen.
— Arthur Schopenhauer
Mit Hilfe der Sonne wurde die Erde geschaffen. Die Erde und ich, wir sind eins. Der Eine, der das Recht hat, über das Land zu verfügen, ist der Eine, der es geschaffen hat.
Um zu wissen, was ein Anker wert ist, brauchen wir einen Sturm.
Ein reifer Apfel hängt nicht lang überm Weg
Kräht der Bauer auf dem Mist, weißt du, dass er besoffen ist!
Die Schönheit ist wie eine Blume: heut vor dem Busen, morgen vor dem Besen.
— Abraham a Sancta Clara
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Im Herbst verkauft man Obst, im Frühling - Medizin
Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen. Und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.
— Friedrich von Bodenstedt
Das ist im Leben hässlich eingerichtet, dass bei den Rosen gleich die Dornen stehen.
— Joseph Victor von Scheffel
Ein kalter Frühling bringt viel Regen
Immer Sonnenschein macht die Wüste
Wie das Wetter um Ägidi tut, bleibt's den ganzen Monat. (01. Sept.)
Im Frühling kehrt die Sonne in die Knochen zurück.
— Vergil
Keiner kennt die Härte eines Kiesels besser, als wer auf ihn einschlägt!
— Seneca
Frauen und Wind sind notwendige Übel.
Das schöne Blau der Luft wird durch die Dunkelheit hervorgerufen, die dahinter ist.
— Leonardo da Vinci
Heilige Mutter Erde, die Bäume und die ganze Natur sind Zeugen deines Denkens und Wirkens
Es ist wichtiger, dass sich jemand über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.
— Oscar Wilde