Sprüche über Natur
770 Sprüche — Seite 58
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Die Täublein müssen Federn lassen.
Wer keine Taube hat, der hat Mücken.
Eisern Vieh stirbt nicht.
Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.
Laß mir den Vogel und behalt du die Federn.
Was nicht am Vogel ist, das ist an den Federn.
Böser Vogel, böses Ei.
Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.
Jedem Vogel gefällt sein Nest.
Jeder Vogel hat sein Nest lieb.
Wir wollen's an den Balken schreiben, wo's Geißen und Kälber nicht ablecken.
Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das Pferd.
Eine Biene ist so gut als eine Handvoll Fliegen.
Wo man blöken hört, da sind auch Schafe im Lande.
Ein Büffel ist ein groß Tier, doch kann er keinen Fuchs fangen.
Der eine klopft auf den Busch, der andre fängt den Vogel.
Aus ungelegten Eiern werden spät junge Hühner.
Es ist kein Tierlein so vergessen, es ruht ein Stündlein auf sein Essen
An den Federn erkennt man den Vogel.
Fett schwimmt oben, und ist es auch nur Hundsfett