770 Sprüche — Seite 24
In der Natur begegnet dem Menschen eine Ordnung, die älter ist als jedes Denken und größer als jedes eigene Vorhaben. Berge, Wälder, Wasser und Himmel erinnern daran, dass Schönheit und Gesetz, Werden und Vergehen untrennbar zusammengehören. Deshalb berührt dieses Thema nicht nur die Sinne, sondern auch das Bewusstsein für Maß und Herkunft.
Ihre eigentliche Größe zeigt sich darin, dass sie sich nicht beherrschen lässt, sondern Achtung verlangt. Die Sprüche zu diesem Thema machen sichtbar, wie eng Mensch und Natur verbunden bleiben und warum in ihrer Betrachtung oft Demut, Trost und eine Ahnung vom Ganzen zugleich aufscheinen.
Glück ist Wärme, wenn es kalt ist, Glück ist weisser Meeresstrand, Glück ist Ruhe, die im Wald ist, Glück ist eines Freundes Hand.
— Clemens Brentano
Wer ein Kamel liebt, muss sich mit seinen Höckern abfinden.
Wenn du mit den Früchten deines Baumes Ball spielst, wird er im nächsten Jahr keine tragen.
Lächle, denn es gibt einen Frühling in deinem Garten, der die Blüten bringt, einen Sommer, der die Blätter tanzen und einen Herbst, der die Früchte reifen lässt.
Man kann den Himmel berechnen und die Erde ausmessen, aber das Herz eines Menschen kann man nicht bestimmen.
Die Erde braucht Dünger wie der Fisch das Wasser.
Der Spiegel der Natur ist der klarste Spiegel! Ihn muss man schauen, an ihm sich ergötzen.
— Fjodor M. Dostojewski
Nichts entspannt so wie die Unentrinnbarkeit. Deswegen beruhigt uns die Natur und erregt uns die Welt.
— Théodore Simon Jouffroy
Bäume sind für den Schatten da, Kinder fürs Alter.
Wer Bäume pflanzt liebt noch andere außer sich selbst.
Ein Mädchen ohne Freund ist wie ein Frühling ohne Blüten
Die Mücke fliegt so lang ums Licht, bis sie sich versengt.
Der Wechsel vergnügt die menschlichen Sinnen, dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur.
— Johann Christian Günther
Die schönsten Dinge auf der Welt sind die nutzlosesten; zum Beispiel Pfauen und Lilien.
— John Ruskin
Die Natur versteht keinen Spass, sie ist immer wahr, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer die der Menschen
— Johann Wolfgang von Goethe
Wir mögen die Welt kennen lernen, wie wir wollen, sie wird immer eine Tag- und eine Nachtseite behalten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Es gibt eine Blüte auch bei Runzeln
— Apollonius von Rhodos
Der Garten ist ein anderer Himmel mit Sternen aus Blumen.
Das macht den Bauern gar nicht froh, wenn's regnet in sein Cabrio.
Dankbarkeit gefällt, Undank hat die ganze Welt.