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Sprüche über Schicksal

459 Sprüche — Seite 19

Was dem Menschen widerfährt, entzieht sich oft seiner Planung und wird doch im Rückblick als Teil eines größeren Zusammenhangs gedeutet. Schicksal steht für jene Mischung aus Zufall, Notwendigkeit und Deutung, die das Leben geheimnisvoll und bisweilen widersprüchlich erscheinen lässt. Darum fasziniert dieses Thema seit Jahrhunderten.

Sein eigentlicher Kern liegt nicht nur im Geschehen selbst, sondern in der Frage, wie darauf geantwortet wird. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten das Verhältnis von Fügung und Freiheit und zeigen, wie eng äußeres Ereignis und innere Haltung miteinander verknüpft sind.

  1. Es ist kein Leben davon frei, ein jedes hat seine Regenzeit und Tage trüb und traurig.

    Henry Wadsworth Longfellow

  2. Wie manches anders kommt, als man's gedacht. Allein, was tut's? Wir wollen darum nicht minder fröhlich sein!

    Franz Grillparzer

  3. Meine Leiden sind das Werk der Natur, mein Glück aber ist mein Werk.

    Jean-Jacques Rousseau

  4. Wenn wir gerechter wären, würden wir zugeben, dass jedes Leben mehr frohe als trübe Sekunden gehabt hat.

    Carl Ludwig Schleich

  5. Der Tor hat Angst vorm Schicksal, der Weise trägt es.

    Publius Syrus

  6. Schwere Tage wirkten bedeutender als all jene Tage, die in den Hörsälen und über den Büchern verbracht werden.

    Wilhelm Raabe

  7. Wohin kämen wir, wenn nicht ab und zu etwas unseren Weg versperrte?

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  8. Kleine Gelegenheiten sind oftmals der Beginn von großen Unternehmungen.

    Demosthenes

  9. Der Mensch ist nun einmal nicht dazu geboren auf Erden ein vollkommenes Glück zu genießen.

    Erasmus von Rotterdam

  10. Der Mensch hat nicht ein und dasselbe Leben. Er hat viele Leben hintereinander und das ist die Ursache seines Unglücks

    Francois René de Chateaubriand

  11. Wenn der Mensch zu seinem Leide von heute nicht immer auch sein Leid von gestern und morgen hinzurechnete, so wäre jedes Schicksal erträglich

    Rupert Johann Hammerling

  12. Vergangenheit ist unabänderlich. Getragen wiegt sie leichter als geschleppt.

    Else Pannek

  13. Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  14. Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, er holt’s nicht ein, und wenn ihn Blitze trügen

    Theodor Körner

  15. Die Liebe gleicht einem Fieber; sie überfällt uns und schwindet, ohne dass der Wille im Geringsten beteiligt ist

    Stendhal

  16. Ein Leidenskapitel muss jedes rechte Menschenleben haben, sonst wird nichts Rechtes daraus.

    Carl Hilty

  17. Das Leben ist eine Krankheit, die tödlich endet

    Abraham Cowley

  18. Ein Grab ist doch immer die beste Befestigung wider die Stürme des Schicksals.

    Georg Christoph Lichtenberg

  19. In diesem Haus soll Frieden wohnen, verbannt seien Zank und Streit, Mit Glück soll euch das Schicksal lohnen, welch treue Freunde ihr uns seid.

  20. Mein ganzes Leben über kannte ich keinen Menschen, der eines andern Unglück nicht mit wahrhaft christlicher Fassung ertragen hätte.

    Alexander Pope