Sprüche über Zweifel
209 Sprüche — Seite 16
Zwischen blindem Glauben und sicherem Wissen hat der Zweifel seinen eigentümlichen Platz. Er stört bequeme Gewissheiten, prüft scheinbar Festes und kann dadurch lähmen oder vertiefen. Deshalb gehört dieses Thema zu den produktiven, aber auch belastenden Kräften des Denkens und Fühlens.
Nicht jeder Zweifel ist Schwäche, manche Form davon bewahrt vor Selbsttäuschung und Eitelkeit. Er wird erst dann unerquicklich, wenn Prüfen in endloses Zögern umschlägt und kein Entschluss mehr gewagt wird.
Fremdes Feuer ist nie so hell als der Rauch daheim.
Kommt Feuer und Stroh zusammen, so gibt es gerne Flammen
Wer das Feuer haben will, muss den Rauch leiden.
Wenn das Feuer in der Küche ausgeht, so löscht es auch in den Herzen aus.
Wo man mit Feuerbränden wirft, da bläst der Teufel in die Asche
Die ungeraden Finger werden eben, sobald man die Hand schließt.
Wer die Finger zwischen Tür und Angel steckt, der klemmt sich gern.
Wer seine Finger in alle Löcher steckt, der zieht sie oft übel heraus.
Wenn zwei Frauen zusammenkommen, wird die dritte in die Hechel genommen
Ein Haus, in dem zwei Frauen sind, wird nicht rein gefegt
Wer einen Fuß im Frauenhaus hat, der hat den anderen im Spital
Spiel nicht in der Fremde, sonst verlierst du Rock und Hemde
Wer eilt nach fremden Gut, auf den wartet Armut
Wer nach fremdem Gute trachtet, der verliert mit Recht das seine
An fremden Hunden und Kindern ist das Brot verloren
Besser ein bäuerlicher Frieden als ein bürgerlicher Krieg
Dem lieben Friedens willen lässt man sich viel gefallen
Wer Frieden haben will, muss zum Kriege rüsten
Wer Frieden haben will, tut übel, dass er Streit anfängt
Neid ist dem Menschen, was Rost dem Eisen.