209 Sprüche — Seite 2
Zwischen blindem Glauben und sicherem Wissen hat der Zweifel seinen eigentümlichen Platz. Er stört bequeme Gewissheiten, prüft scheinbar Festes und kann dadurch lähmen oder vertiefen. Deshalb gehört dieses Thema zu den produktiven, aber auch belastenden Kräften des Denkens und Fühlens.
Nicht jeder Zweifel ist Schwäche, manche Form davon bewahrt vor Selbsttäuschung und Eitelkeit. Er wird erst dann unerquicklich, wenn Prüfen in endloses Zögern umschlägt und kein Entschluss mehr gewagt wird.
Das Schlimmste in allen Dingen, das ist die Unentschlossenheit.
— Napoleon
Wer für die Zukunft sorgen will, muss die Vergangenheit mit Ehrfrucht und die Gegenwart mit Misstrauen aufnehmen.
— Joseph Joubert
Je länger man vor der Tür zögert, desto fremder wird man.
— Franz Kafka
Eifersüchtig sein heißt: nicht an seiner Frau, sondern an sich selbst zweifeln.
— Honoré de Balzac
Wer liebt zweifelt an nichts - oder an allem
Mißtrauen ist ein Zeichen von Schwäche.
— Mahatma Gandhi
Das Vertrauen ist eine zarte Pflanze. Ist es zerstört, so kommt es sobald nicht wieder.
— Otto von Bismarck
Das Zahnweh, subjektiv genommen, ist ohne Zweifel unwillkommen; doch hat's die gute Eigenschaft, dass sich dabei die Lebenskraft, die man nach aussen oft verschwendet, auf einen Punkt nach innen …
— Wilhelm Busch
Allen Menschen ist der Glaube an Gott ins Herz gesät. Es lügen jene, die da sagen, dass sie nicht an die Existenz Gottes glauben; denn in der Nacht und wenn sie allein sind, zweifeln sie.
— Seneca
Nichts macht den Menschen argwöhnischer, als wenig zu wissen.
— Francis Bacon
Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, das was wir Weg nennen ist Zögern.
— Franz Kafka
Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher, und die Gescheiten so voller Zweifel.
Geflickte Liebe wird nie mehr ganz.
Die Grausamkeit empört, aber die Dummheit entmutigt.
— Albert Camus
In einer Sache wenigstens sind sich Mann und Frau einig: Sie misstrauen den Frauen.
— Henry de Montherlant
Das ist das schlimmste von allen Übeln, im Vergangenen herumzugrübeln.
— Cäsar Flaischlen
Niemals sind wir einsamer als in unserer Verzweiflung.
— Else Pannek
Wir kommen nie aus den Traurigkeiten heraus, wenn wir uns ständig den Puls fühlen.
— Martin Luther
Den Nackten kann man nicht ausziehen
Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
— Kurt Tucholsky