Sprüche über Pflicht
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Nicht alles, was getan werden muss, entspringt Neigung oder persönlichem Vorteil. Pflicht meint jene innere oder äußere Verbindlichkeit, die Handeln fordert, auch wenn es unbequem ist oder keinen unmittelbaren Lohn verspricht. Deshalb gehört dieses Thema zu den ernsten Grundlagen eines verantwortlichen Lebens.
Ihre Würde zeigt sich darin, dass sie den Menschen über bloße Stimmung und Bequemlichkeit hinaushebt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Pflicht mit Haltung, Verlässlichkeit und dem Bewusstsein verbunden ist, dass Freiheit ohne Bindung leicht ins Beliebige kippt.
Es gilt zu erkennen, dass die einzige Belohnung des Lebens darin beschlossen liegt, es tapfer gelebt und tapfer die Aufgabe erfüllt zu haben, die es einem jeden stellt.
— Emile Zola
Was noch zu leisten ist, das bedenke, was du schon geleistet hast, das vergiß
— Marie von Ebner-Eschenbach
Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Die vornehmste und ehrenvollste Aufgabe, die uns Leben auferlegt, ist das Heranziehen der nächsten Generation.
Wenig Arbeit ist eine Bürde, viel Arbeit eine Freude
— Victor-Marie Hugo
Ehe ist vielfach nur der Kontrakt, auf dessen Bruch die Unterhaltspflicht als Konventionalstrafe steht.
— Karl Theodor Jaspers
Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit weiter. Aber ach! Jeder Zoll, den die Menschheit weiter rückt, kostet Ströme Blutes.
— Christian Johann Heinrich Heine
Das Muß ist oft hart, aber beim Muß allein kann der Mensch zeigen, wie`s inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder.
— Johann Wolfgang von Goethe
Geschäfte, die weniger wichtig sind, brauchen deshalb noch nicht weniger lästig zu sein.
— Michel de Montaigne
Die Pflicht zum Widerspruch ist im Gehalt inbegriffen.
— Theodor Heuss
Der selbstbewußte Mensch konzentriert sich auf seine Aufgaben und Ziele.
— Nikolaus B. Enkelmann
Die Armut hat ihre Freiheiten, der Reichtum seine Zwänge.
— Denis Diderot
Alle Dinge müssen; der Mensch allein ist das Wesen, welches will.
— Eckhart von Hochheim
Der Glaube ist nur für manche unter uns zwingend, die Vernunft aber für alle.
— Henri Poincaré
Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.
— Albert Camus
Ein gewisser Grad von Freiheit findet sich in jeder Staatsverfassung: der höchste Grad in keiner.
— Friedrich von Gentz
Der Mensch wandelt immer zwischen Abgründen, und ob er will oder nicht, besteht seine ihm eigenste Aufgabe darin, sein Gleichgewicht zu bewahren.
— José Ortega y Gasset
Der Mensch, durchtrieben und gescheit, bemerkte schon seit alter Zeit, dass ihm hienieden allerlei verdrießlich und zuwider sei.
— Wilhelm Busch
Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andre was Böses macht; und strebt durch häufige Belehrung nach seiner Bess'rung und Bekehrung.
— Wilhelm Busch
Schweigen können zeugt von Kraft, Schweigen wollen von Nachsicht, Schweigen müssen vom Geist der Zeit
— Karl Julius Weber