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Sprüche über Pflicht

413 Sprüche — Seite 9

Nicht alles, was getan werden muss, entspringt Neigung oder persönlichem Vorteil. Pflicht meint jene innere oder äußere Verbindlichkeit, die Handeln fordert, auch wenn es unbequem ist oder keinen unmittelbaren Lohn verspricht. Deshalb gehört dieses Thema zu den ernsten Grundlagen eines verantwortlichen Lebens.

Ihre Würde zeigt sich darin, dass sie den Menschen über bloße Stimmung und Bequemlichkeit hinaushebt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie eng Pflicht mit Haltung, Verlässlichkeit und dem Bewusstsein verbunden ist, dass Freiheit ohne Bindung leicht ins Beliebige kippt.

  1. Es gilt zu erkennen, dass die einzige Belohnung des Lebens darin beschlossen liegt, es tapfer gelebt und tapfer die Aufgabe erfüllt zu haben, die es einem jeden stellt.

    Emile Zola

  2. Was noch zu leisten ist, das bedenke, was du schon geleistet hast, das vergiß

    Marie von Ebner-Eschenbach

  3. Deine erste Pflicht ist, dich selbst glücklich zu machen. Bist du glücklich, so machst du auch andere glücklich.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  4. Die vornehmste und ehrenvollste Aufgabe, die uns Leben auferlegt, ist das Heranziehen der nächsten Generation.

  5. Wenig Arbeit ist eine Bürde, viel Arbeit eine Freude

    Victor-Marie Hugo

  6. Ehe ist vielfach nur der Kontrakt, auf dessen Bruch die Unterhaltspflicht als Konventionalstrafe steht.

    Karl Theodor Jaspers

  7. Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit weiter. Aber ach! Jeder Zoll, den die Menschheit weiter rückt, kostet Ströme Blutes.

    Christian Johann Heinrich Heine

  8. Das Muß ist oft hart, aber beim Muß allein kann der Mensch zeigen, wie`s inwendig mit ihm steht. Willkürlich leben kann jeder.

    Johann Wolfgang von Goethe

  9. Geschäfte, die weniger wichtig sind, brauchen deshalb noch nicht weniger lästig zu sein.

    Michel de Montaigne

  10. Die Pflicht zum Widerspruch ist im Gehalt inbegriffen.

    Theodor Heuss

  11. Der selbstbewußte Mensch konzentriert sich auf seine Aufgaben und Ziele.

    Nikolaus B. Enkelmann

  12. Die Armut hat ihre Freiheiten, der Reichtum seine Zwänge.

    Denis Diderot

  13. Alle Dinge müssen; der Mensch allein ist das Wesen, welches will.

    Eckhart von Hochheim

  14. Der Glaube ist nur für manche unter uns zwingend, die Vernunft aber für alle.

    Henri Poincaré

  15. Die Freiheit besteht in erster Linie nicht aus Privilegien, sondern aus Pflichten.

    Albert Camus

  16. Ein gewisser Grad von Freiheit findet sich in jeder Staatsverfassung: der höchste Grad in keiner.

    Friedrich von Gentz

  17. Der Mensch wandelt immer zwischen Abgründen, und ob er will oder nicht, besteht seine ihm eigenste Aufgabe darin, sein Gleichgewicht zu bewahren.

    José Ortega y Gasset

  18. Der Mensch, durchtrieben und gescheit, bemerkte schon seit alter Zeit, dass ihm hienieden allerlei verdrießlich und zuwider sei.

    Wilhelm Busch

  19. Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andre was Böses macht; und strebt durch häufige Belehrung nach seiner Bess'rung und Bekehrung.

    Wilhelm Busch

  20. Schweigen können zeugt von Kraft, Schweigen wollen von Nachsicht, Schweigen müssen vom Geist der Zeit

    Karl Julius Weber