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Sprüche über Tugend

375 Sprüche — Seite 19

Was einen Menschen innerlich ehrt, erschöpft sich nicht in Talent, Erfolg oder Ansehen. Tugend bezeichnet jene geformte Haltung, in der sich Charakter, Maß und sittliche Verlässlichkeit zeigen. Deshalb wirkt dieses Thema zwar alt, berührt aber bis heute die Frage, woran wahre menschliche Größe zu erkennen ist.

Ihr Kern liegt nicht in äußerer Strenge, sondern in der beständigen Übung des Guten. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Tugend als gelebte Haltung, die Würde verleiht, ohne sich zur Schau zu stellen.

  1. Unendlich ist die Welt und dennoch verschwindet ihre Unendlichkeit gegenüber dem Gehalt eines Kleinsten, wie es ein edler Mensch ist, über dessen Gewinn oder Verlust wir alle Sterne vergessen.

    August Pauly

  2. Es gibt viele Leute in der Welt, aber wenig Menschen.

    August Pauly

  3. Wo Herzensgüt' und Weisheit sich verbinden, da wird die Tugend festen Boden finden.

    Heinrich Martin

  4. Tugend schärft nur ihre Kraft, wenn sie schweigend schafft.

    Heinrich Martin

  5. Des regen Geistes unermüdlich Streben ist: über Irdisches sich zu erheben.

    Heinrich Martin

  6. Die Not ist oft der Henker der Tugend. Öfter jedoch wird sie durch Üppigkeit und Reichtum zu Grunde gerichtet.

    Heinrich Martin

  7. Männer mit großem reichen Innern können nie anders als äußerst einfach, ohne Kunst und Prunk auftreten, weil sie genau ihren und des nächsten Wert erkennen.

    Heinrich Martin

  8. Die Dankbarkeit ist die Tugend der Nachwelt.

    Kuno Fischer

  9. Jede Fröhlichkeit, jede Liebe, jede Zuneigung veredelt uns, ist selber Tugend, jedes Gefühl, wovon Hass die Wurzel ist, verschlechtert und erniedigt uns.

    Wilhelm Heinrich Wackenroder

  10. Es ist viel leichter, ein Held zu sein als ein anständiger Mensch. Ein Held muss man nur einmal sein, ein Ehrenmann immer.

    Luigi Pirandello

  11. Auf allen Gebieten gibt es Erfolge, die weniger ehrenvoll sind als Misserfolge.

    Rosalie Perles

  12. Der Edle hat Angst um andere, der Gemeine um sich selber.

    Carl Friedrich Paul Ernst

  13. Der Widerstand einer Frau ist nicht immer der Beweis ihrer Tugend. Oft ist er ein Beweis ihrer Erfahrung.

    Anne Lenclos

  14. Bei allen Völkern, die es zu etwas Großem in der Welt gebracht, hat man nicht die Gelehrten zuerst genannt, sondern diejenigen, welche ein reiches Wissen in vaterländischen Tugenden ausprägten.

    Friedrich Christoph Dahlmann

  15. Den Ruf einer Person kennt man nach nur einer Stunde, der wahre Charakter kommt erst nach einem Jahr ans Licht.

    William Morris Davis

  16. Ich weiß nicht, was für einen Christen schwieriger ist – richtig zu leben oder richtig zu sterben.

    Daniel Defoe

  17. Jeder Mensch, auch der schlechteste, hat eine Eigenschaft, die unser Urteil über ihn mildert, uns für seine sonstigen Tugenden milde stimmt.

    Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer