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Sprüche über Vergänglichkeit

493 Sprüche — Seite 14

Alles, was den Menschen umgibt und bewegt, trägt den Zug des Vorübergehenden in sich. Schönheit vergeht, Nähe verändert sich, Stunden entschwinden, und gerade in dieser Endlichkeit erhält das Leben seine Schärfe und seinen Ernst. Deshalb gehört Vergänglichkeit zu den stillen Grundthemen jeder tiefen Lebensbetrachtung.

Aus ihr erwächst nicht nur Wehmut, sondern auch ein besonderer Sinn für Gegenwart und Wertschätzung. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Verlust und Erkenntnis verbunden sind und warum das Bewusstsein des Endlichen viele Dinge nicht kleiner, sondern kostbarer erscheinen lässt.

  1. Fasse deinen Mut zusammen! Es ist kein Elend in der Welt von beständiger Dauer.

    Adolph Freiherr von Knigge

  2. Die Pein des unerfüllten Wunsches ist klein gegen die der Reue; denn jene steht vor der stets offenen unabsehbaren Zukunft, diese vor der unwiderruflich abgeschlossenen Vergangenheit.

    Arthur Schopenhauer

  3. Bewunderung ist eine sehr kurzlebige Leidenschaft, die sofort verfällt, sobald man mit ihrem Gegenstand näher bekannt wird.

    Joseph Addison

  4. Flüchtiger als Wind und Welle flieht die Zeit.

    Johann Gottfried Herder

  5. Das Herz ist ein kristallener Tempel; einmal zerbrochen kann es nie wieder zusammengefügt werden

  6. Wenn die Rosen verblüht sind, verachtet man die Dornen.

    Ovid

  7. Die Güter der Welt gleiten uns durch die Finger wie der Sand der Dünen.

    Antoine de Saint-Exupéry

  8. Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

    Sören Kierkegaard

  9. Bei Männern verwandelt sich die Liebe oft in Ehrgeiz, aber selten kommen sie auf die Liebe zurück.

    François de la Rochefoucauld

  10. Du siehst den Garten nicht mehr grünen, in dem du einst so froh geschafft, siehst deine Blumen nicht mehr blühen, weil dir der Tod nahm deine Kraft.

  11. Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze entzünden, ohne dass ihr Leben kürzer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

  12. Bleib ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.

    Ralph Waldo Emerson

  13. Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu, dass Dankbarkeit auf Erden nicht ausgestorben sei.

    Novalis

  14. Alles bricht und alles fällt mit dem Leben in der Welt, wahre Freundschaft nur allein soll bei uns unsterblich sein.

  15. Das Glück ist eine leichte Dirne und weilt nicht gern am selben Ort; sie streicht das Haar dir von der Stirne und küßt dich rasch und flattert fort. Frau Unglück hat im Gegenteile dich liebefest …

    Christian Johann Heinrich Heine

  16. Der Mensch ist vergänglich, wenn wir den einen Teil seines Wesens betrachten, nämlich seinen Leib, er ist unvergänglich in seinem anderen Wesensteil, der Seele.

    Dante Alighieri

  17. Öffentliche Meinung kann Gold zum Schmelzen bringen.

  18. Eine geschickte Hand holt den Frühling zurück.

  19. Wie eine Musik aus der Luft überrascht uns das hohe Glück, erscheint und verschwindet.

    Friedrich von Schlegel

  20. Die Zeit entschuldigt, wie sie tröstet, Worte sind in beiden Fällen von wenig Kraft.

    Johann Wolfgang von Goethe