1872 Sprüche — Seite 38
Der Trecker seinen Bauern foppt, wenn er nicht vor'm Dorfteich stoppt.
Kehr'n die Störche spät zurück, ha'm die Frösche großes Glück.
Wenn der Knecht zum Waldrand hetzt, war das Plumpsklo schon besetzt!
Liegt mittags Weißes in den Suppen, dann hat die Bäu'rin wieder Schuppen!
Der Hofhund, der die Hühner frißt, ein hundsgemeines Haustier ist.
Es lässt den Bauern gar nicht ruh'n, wenn die Hähne morgens muh'n.
Fällt der Vollmond auf das Dach, werden alle Bauern wach!
Hülsenfrucht zum Abendbrot, morgens sind die Fliegen tot!
Hüpft der Ochse auf dem Schwan, handelt sich's um Rinderwahn
Schreit die Bäuerin vor verzücken, läßt sie sich vom Knecht beglücken.
Treibt's das Hähnchen allzu lange, fällt das Hühnchen von der Stange.
Wenn der Knecht vom Dache pieselt, denkt der Hofhund: "Huch, es nieselt."
Spielt die Dorfmusik zum Tanze, krümmt vor Schreck sich jede Pflanze.
Sind die Hühner platt wie Teller war der Traktor wieder schneller
Blitzt und donnert es mit Schauern, kriecht das Vieh ins Bett zum Bauern!
Das Sieb hält kein Wasser.
Nur die allergrössten Kälber wählen ihren Metzger selber.
Dem Kompost und dem Mist am wohlsten im Schatten ist.
Die Quecke ist der Bandwurm des Ackers.
Eine Gans, die Fasten erlebt hat, taugt nichts mehr.
Siehst du die Katze gähnend liegen, weisst du, dass wir Gewitter kriegen.
Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen.
Wenn die Stare hoch sitzen, gibt es schönes Wetter.
Wo der Storch nistet auf dem Dach, kommt weder Blitz noch Ungemach.
Wenn die Mücken spielen, wird schönes Wetter.
Sind noch Fliegen an der Wand, hält noch die Sonn' den Frost gebannt.
Kommt die Feldmaus ins Dorf, so sieh nach Holz und Torf.
Gedeiht die Schnecke und die Nessel, füllen sich die Speicher und Fässel.
Wenn der Flieder langsam verblüht, die Ernte sich lang hinzieht.
Blüht der Stock in vollem Licht, große Beeren er verspricht.
Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.
In alten Häusen fehlt es selten an Mäusen.
Was man nicht begreift, verlernt man auch nicht!
Je mehr die Maikäfer verzehren, je mehr wird die Ernte bescheren.
Märzenferkel, Märzenfohlen, alle Bauern haben wollen.
Auch wenn der Spatz klein ist, hat er doch alle lebenswichtigen Eingeweide.
Es ist nicht kalt, wenn es schneit, es ist nur kalt, wenn es taut.
Der Löwe stößt seine Jungen ins Tal hinab.
Auch die Fische des Königs haben Gräten
Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne.