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Sprüche über Erkenntnis

364 Sprüche — Seite 10

Manches wird erst dann wirklich verstanden, wenn sich Erfahrung, Nachdenken und inneres Sehen berühren. Erkenntnis ist deshalb mehr als das Sammeln von Fakten, denn sie verändert den Blick und oft auch die eigene Haltung zur Welt. Darum gehört dieses Thema zu den entscheidenden Bewegungen geistigen Lebens.

Ihr Wert zeigt sich darin, dass sie nicht nur informiert, sondern verwandelt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie oft Erkenntnis mit Abstand, Schmerz oder Geduld verbunden ist und warum manche Einsichten erst reifen müssen, bevor sie tragfähig werden.

  1. Den Esel erkennt man bei den Ohren, am Angesicht den Mohren und bei den Worten den Toren.

  2. Du suchst den Gaul und reitest drauf.

  3. Der Hund kennt sein Bein.

  4. Wenn die Kuh den Schwanz verloren hat, merkt sie erst, wozu er gut gewesen ist,

  5. Heirate über den Mist, so weißt du, wer sie ist.

  6. Die erste Heirat ist ein Eh, die zweite ein Weh, die dritte nichts meh.

  7. Wer ein Roß reitet, erkennt seine Art.

  8. Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen an dem Klang, den Esel an den Ohren und am Gesang den Toren.

  9. Man kennt den Vogel an den Federn.

  10. Man sieht's am Schwanz, was es für ein Vogel ist.

  11. Am Handel erkennt man die Ware.

  12. Die Erkenntnis der eigenen Kraft macht bescheiden.

    Paul Cezanne

  13. Selbst die tiefste Erkenntnis ändert nichts am Wesen der Welt, so wenig wie Selbsterkenntnis am eigenen Wesen.

    Ernst Hohenemser

  14. Humor ist Erkenntnis der Grenze, verbunden mit grenzenloser Erkenntnis.

    Gerhart Johann Robert Hauptmann

  15. Der Blick des Forschers fand nicht selten mehr, als er zu finden wünschte.

    Ludwig Uhland

  16. Jedes Jahrhundert weiter wird neue Zauber der reinen Luft entdecken und wird sie wachsend verehren.

    Carl Ludwig Schleich

  17. Der Mann analysiert den Menschen, die Frau wittert ihn.

    Carl Ludwig Schleich

  18. Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung, und sie gedeiht mit der Freude am Leben.

    Thomas von Aquin

  19. Man überzeugt am besten von seiner Macht, wenn man sie missbraucht

    Daniel Spitzer

  20. Auf dem Felde menschlicher Entdeckungen ist das Auffinden des Prinzips das Wesentliche, indem sich daraus alle weiteren Vervollkommnungen nur als natürliche Fortbildungen ergeben.

    Rudolf Virchow