Sprüche über Erkenntnis
364 Sprüche — Seite 16
Manches wird erst dann wirklich verstanden, wenn sich Erfahrung, Nachdenken und inneres Sehen berühren. Erkenntnis ist deshalb mehr als das Sammeln von Fakten, denn sie verändert den Blick und oft auch die eigene Haltung zur Welt. Darum gehört dieses Thema zu den entscheidenden Bewegungen geistigen Lebens.
Ihr Wert zeigt sich darin, dass sie nicht nur informiert, sondern verwandelt. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, wie oft Erkenntnis mit Abstand, Schmerz oder Geduld verbunden ist und warum manche Einsichten erst reifen müssen, bevor sie tragfähig werden.
Er gebraucht Statistiken so wie ein Betrunkener Laternen gebraucht – mehr zum Halt als zur Erhellung
— Andrew Lang
Die Wissenschaft besteht nur aus Irrtümern. Aber diese muss man begehen. Es sind die Schritte zur Wahrheit.
— Jules Verne
Ein Zwerg sieht nicht weiter als ein Riese, wenn er auf den Schultern eines Riesen steht
— Samuel Taylor Coleridge
Wie kurz ein Monat ist, merken Sie erst, wenn Sie Alimente zahlen
— John Barrymore
Ich habe die Philosophen und die Katzen studiert, doch die Weisheit der Katzen ist letztlich um ein weites größer.
— Hippolyte Taine
Wissenschaft ist eine Sammlung vieler klarer Begriffe aus vielen lebhaften Erfahrungen über eine Sache.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Menschenkenntnis ist das Resultat vieler Beobachtungen über eine Menge verschiedener Menschen.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Die Mensch weiß nie recht, was er will; und wenn er einmal hat, was er gewollt hat, so sieht er, dass es das nicht war. Und so geht all unser Bestreben ins Unendliche.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Der Mensch ist ein kleines Ding, man hat ihn bald auswendig gelernt, wenn man mit ihm vertraut wird.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Die Hauptaufgabe eines Gartens ist es, seinem Besucher die schönste und höchste Art des irdischen Vergnügens zu bereiten.
— Gertrude Jekyll
Menschenkenntnis macht den Verständigen ebenso nachsichtig als bescheiden.
— Fanny Lewald
Umweltschutz: Bisher wussten wir nicht, was wir taten. Jetzt tun wir nicht, was wir wissen.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Die Langsamkeit bietet die Chance, das, was wir tun, auch zu erleben
— Henriette Wilhelmine Hanke
Es mag wohl hart sein, ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es verlor, – aber ein Glück erst zu erkennen, nachdem man es freiwillig von sich gestoßen, das ist ein Schmerz der Reue, der am Leben nag …
— Wilhelmine von Hillern
Es ist nichts verloren, und in keiner Rücksicht, nur unser Auge vermag die lange unendliche Kette von der Ursache zu allen Folgen nicht zu übersehen.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Wer langsam schlendert, sieht am meisten von der Landschaft.
Das Äußere des Menschen ist der Text zu allem, was man über ihn sagen kann.
— Rahel Varnhagen von Ense
Wissen um unser Wissen ist Philosophie; Ergebenheit und Voraussetzung, wo wir zu wissen aufhören, Religion.
— Rahel Varnhagen von Ense
Je mehr Einsicht, desto mehr Ein- und Zustimmung wird das Leben uns abgewinnen, wenn es auch noch mehr Arbeit fordert.
— Rahel Varnhagen von Ense
Wer die Klarheit hat, der gehört dem Licht an, und wäre er verborgen am Rande der Schöpfung.
— Philipp Otto Runge