401 Sprüche — Seite 20
Was noch nicht eingetreten ist, kann das Herz oft stärker bedrängen als das Wirkliche selbst. Sorgen kreisen um Verlust, Unsicherheit und mögliche Gefahren und zeigen damit, wie eng Denken und Empfinden verflochten sind. Deshalb ist dieses Thema so alltäglich und zugleich so tief in der menschlichen Verletzlichkeit verankert.
Ihr Problem liegt darin, dass sie selten lösen, was sie unablässig bewegen. Die Sprüche zu diesem Thema fassen die Last des Vorausdenkens in Worte und erinnern daran, dass Vertrauen, Maß und Gegenwart oft heilsamer sind als endloses Grübeln.
Sorgen legen großen Wert auf Etikette. Wenn du dich von ihnen nicht per Handschlag verabschiedest, reagieren sie nachtragend
— Karl-Heinz Karius
Die Welt, auf der wir leben, ist nicht vollkommen und der Mensch ist nicht vollkommen. Aus diesen beiden Minusfaktoren entsteht die Problematik des Menschen.
— Nikolaus B. Enkelmann
Magengeschwüre bekommt man nicht von dem, was man isst, man bekommt sie von dem, wovon man aufgefressen wird.
— Mary Wortley Montagu
Ein geteilter Kummer verändert sich eben so sehr, wie ein Vergnügen, das nicht geteilt wird.
— Jean Antoine Petit-Senn
Man soll Eltern außer durch Erkrankung keinen Kummer machen.
— Alexandre Vinet
Wer hätte es nicht schon erfahren, wie sehr man sich erleichtert fühlen kann durch eine vertrauliche Aussprache, die man nachher bereut.
— Otto Weiss
Sorg, aber sorge nicht zuviel, es geht doch alles wie Gott es will.
— Julius Wilhelm Zincgref
Wer um alle Dinge sorgen will, den erwartet Leides viel.
— Bernhard Freidank
Lass das Minderwertige nicht in deine Phantasie ein, denn das beschwert nur und verdrängt Besseres.
— Sebastian Faber
Solange wir leben, leiden wir.
— Frederico Garcia Lorca
Ich freue mich an dem Luxus, mich nur um wenige Dinge sorgen zu müssen.
— James Hudson Taylor
Die einzige Möglichkeit nicht über Geld nachzudenken ist, eine Menge davon zu haben
— Edith Wharton
Ein schlechtes Gewissen ist ein Zeuge, den man Tag und Nacht mit sich herumträgt.
— Juvenal
Leider, dem Mitleid entsprießt nur allzuoft die Verachtung; darum verberge Dein Leid tief in der innersten Brust.
— Heinrich Martin
Der Irrtum ist sehr schwer zu tragen; ihn los zu werden macht uns Plagen.
— Heinrich Martin
Oft ist es die Angst vor einem Übel, die uns zu einem schlimmeren führt.
— Nicolas Boileau-Despreaux
Viel Kummer bereitet es meinem Herzen, wenn ich daran denke, was der Mensch aus dem Menschen gemacht hat.
— William Wordsworth
Im Leben muss man den Sorgen, Enttäuschungen und Kümmernissen ihren Anteil lassen und bescheiden genießen, was übrigbleibt.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Das eingetretene Übel hat immer eine freundlichere Gestalt als das entfernte.
— Friedrich von Matthisson
Ängstlichkeit nimmt nicht dem Morgen seine Sorge, aber dem Heute seine Kraft.
— Charles Haddon Spurgeon