433 Sprüche — Seite 22
Zwischen dem, was erhofft wird, und dem, was sich tatsächlich zeigt, liegt die Wirklichkeit. Sie kann ernüchtern, berichtigen, trösten oder herausfordern und zwingt den Menschen dazu, Illusion und Wahrheit auseinanderzuhalten. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht trocken, sondern voller Spannungen und tiefer Lebensfragen.
Ihr eigentliches Gewicht entfaltet sich dort, wo sie nicht nur als äußere Gegebenheit, sondern auch als innere Deutung erscheint. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, dass Wirklichkeit nie ganz unabhängig vom Blick des Menschen gedacht werden kann.
Tatsachen sind die wilden Bestien im intellektuellen Gelände.
— Oliver Wendell Holmes
Die Wissenschaft will nur glauben, was sie weiß, die Kirche nur wissen, was sie glaubt.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum
— Tommaso Campanella
Nichts ist so trügerisch wie Tatsachen, Zahlen ausgenommen.
— George Canning
Die einfachste Lehre von allem, dass man die Parteien nicht nach ihren gepriesenen Zwecken, sondern nach ihren Mitteln zu würdigen habe, bleibt ohne Anhänger.
— Friedrich Christoph Dahlmann
Die Ursachen der Übel werden meist ungerner vernommen, als die Übel selbst.
— Friedrich Christoph Dahlmann
Die Wirklichkeit ist nie so quälerisch als die Gedankenwelt.
— Max Dauthendey
Furcht vor Gefahr ist zehntausendmal beängstigender als die Gefahr selbst.
— Daniel Defoe
Die Feder ist eine starke Waffe. Aber der Mensch kann sich damit sehr viel leichter töten als andere.
— George Prentice Denison
Was die Menschen groß nennen, ist es nicht immer. Was sie beklatschen, ziemlich selten. Und das, wohin sie strömen in Scharen, dass die Säle sie nicht fassen, das ist niemals groß.
— Philipp Dessauer
Wir wissen nicht, wie groß wir sind, bis sie uns zum Aufstehen zwingen. Und wenn wir es dann wirklich tun, wird unser Kopf durch die Wolken dringen.
— Emily Elizabeth Dickinson
Ist deine letzte innerste Wahrheit, die du gefunden hast, auch eins mit deinem Handeln?
— Eugen Diederichs
Nicht auf das Orientiertsein kommt es an, nicht auf das Reden, sondern auf die Leistungen: die Tat.
— Eugen Diederichs