1192 Sprüche — Seite 29
Wir bemerken die Zeit nur aus ihrem Verluste.
— Edward Young
Eine Seele ohne Gedanken muss, wie ein Gebäude ohne Einwohner, bald in Verfall geraten.
— Edward Young
Was nicht auf das Gesetz gegründet war, wird auch, vom Gesetz nicht geschützt, zugrunde gehen.
— Ferdinand Ebner
Nichtstun ist die Weisheit derjenigen, die den Untergang von Narren miterlebt haben.
— George Meredith
Die Zivilisation ist nichts anderes als ein Farbanstrich, der vom nächsten Regen fortgewaschen wird.
— Auguste Rodin
Der Mensch sagt: Die Zeit vergeht. Die Zeit sagt: Der Mensch vergeht.
Des Mannes Witz zu Ende geht, wenn er in großen Zorn gerät.
— Bernhard Freidank
Auf Erden nichts geschaffen ist, was hat Bestand für lange Frist.
— Bernhard Freidank
Glück ist recht wie ein Ball; Wer steiget, soll fürchten den Fall.
— Bernhard Freidank
Gar oft ist ohne Recht zerronnen, was ohne Recht man hat gewonnen.
— Bernhard Freidank
Unsere größte Not liegt im inneren Versiegen der Lebensquellen, und kein Mittel von draußen her kann diese Not erfassen und lindern.
— Sebastian Faber
Ehe sie den Wert des Lebens erkannt, haben die meisten es schon halb durcheilt.
— Theodor Toeche-Mittler
Das Leben zehrt den Tod auf, und nicht der Tod das Leben.
— Johann Jakob Wilhelm Heinse
Seine Individualität wahren muss man immer, denn was sich nicht durch immer neue Selbsttätigkeit erhält, löst sich auf nach dem allgemeinen Gesetz des Werdens und Vergehens.
— Fanny Lewald
Es gibt für den Sterblichen kein Zurück; auch nicht eine Minute kehrt in gleicher Weise wieder.
— Sophie Alberti
Verpasste Gelegenheiten kommen nicht wieder. Aber sie lehren uns, neue wahrzunehmen.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Altersproblem: Die Zeit nimmt ab und die Langsamkeit zu.
— Henriette Wilhelmine Hanke
Das, wofür du keinen Sinn hast, geht für dich verloren, wie die Farbenwelt dem Blinden.
— Karoline Friederike Louise M. von Günderrode
Liebe ist die größte Überzeugung. Ist diese zu überwinden, so lieben wir nicht mehr.
— Rahel Varnhagen von Ense
Wir sehen in den Kunstwerken aller Zeiten es am deutlichsten, wie das Menschengeschlecht sich verändert hat, wie niemals dieselbe Zeit wiedergekommen ist, die einmal da war
— Philipp Otto Runge
Wir vertreiben uns die Zeit so lange, bis sie uns vertreibt.
— August Pauly
Was sind wir, wenn all das, was wir zu sein glauben, was uns schwer und tastbar und wirklich macht, nur geliehene Bausteine sind, aus denen nach uns andere wieder aufgebaut werden können?
— August Pauly
Gleicht das Leben nicht einem Akrobaten, der auf einer rollenden Kugel läuft, sich mit Kunst lange oben hält, aber endlich doch herunter muss aus Müdigkeit?
— August Pauly
Es ist dem Verstand selber nicht wohl, wenn er ganz allein zurückgeblieben ist in der Seele eines Menschen und alles fortgegangen ist, was warm war.
— August Pauly
Auch unsere Wünsche sterben, wenn sie alt werden.
— August Pauly
Was wir so oft »Liebe« nennen, ist doch nichts weiter als ein kurzer Sinnenrausch. Ist er in seiner Sonderheit verflüchtigt, so tritt größtenteils herbe Unbefriedigung und nicht selten Trennung ein.
— Heinrich Martin
Die meisten Männer, die auf der Welt vorwärts kommen, vergessen das Vergnügen während der Zeit, in der sie ihr Vermögen erarbeiten; sie warten, bis sie es geschafft haben, und dann ist es für sie zu s …
— Samuel Pepys
Dem Elend wolle nie mit Spötterworten nahen. Wer glaubte wohl sein Glück von ewigem Bestand?
— August Lafontaine
Kein Mörder hat ewiges Leben, das in ihm bleibt.
— Friedrich Wilhelm Kaulisch
Das Leben ist wie ein Hauch, das eine Weile sichtbar ist und dann wieder verschwindet
Ich habe einen Horror vor dem Tod. Die Toten sind so schnell vergessen. Aber nach meinem Tod muss man sich einfach an mich erinnern.
— Emily Elizabeth Dickinson
Küh und Schafe gehen miteinander, aber der Adler steigt allein.
Wo Eulen und Kauze einander gute Nacht sagen.
Geistreiche Menschen wären oft einsam ohne die Flachköpfe, die stolz auf sie sind
— Marquis de Vauvenargues
Wer ein volles Gefäß trägt, muss das Gedränge vermeiden, und wessen Seele am Überlaufen ist, einsame Wege gehn.
— Emil Gött
Alles Große und Wertvolle ist mit Einsamkeit verknüpft.
— John Steinbeck
Der Weg des Menschen zu Gott heisst in seiner steilsten Strecke - Einsamkeit
— Carl Hilty
Vor dem Sterben ist es gut, wenn der Mensch alleine ist.
— Reinhold Messner
Wer genau wissen will, was er wert ist, braucht nur zu beobachten, was er tut und denkt, wenn er allein ist.
— Franz Edler von Pernwald Schönthan
Wer Gefühle zeigt, lebt aus sich heraus — intensiv und doch geschützt. Wer seine Gefühle nicht verdeutlichen kann, lebt in sich hinein, vor sich hin — wehrlos.
— Else Pannek