427 Sprüche — Seite 16
Kaum ein Gefühl greift tiefer in das Leben ein als die Angst. Sie warnt, lähmt, schützt und verzerrt zugleich den Blick, weil sie nicht nur vor wirklicher Gefahr entsteht, sondern ebenso aus Vorstellung, Verlust und Unsicherheit erwachsen kann. Deshalb ist dieses Thema so elementar und so menschlich.
Wer ihr begegnet, steht oft vor der Wahl zwischen Rückzug und innerem Wachsen. Die Sprüche zu diesem Thema geben der Angst eine klare Sprache und zeigen, dass Mut nicht ihre Abwesenheit bedeutet, sondern den Weg durch sie hindurch.
Als Soldat fürchte dich nicht vor dem Tod, als Bauer fürchte dich nicht vor dem Dung.
Man kann nicht ohne Furcht sein, wenn man furchterregend aussieht.
— Epikur
Die Liebe gleicht den epidemischen Krankheiten. Je mehr man sie fürchtet, desto eher wird man von ihr befallen.
— Nicolas Chamfort
Nicht jede Wolke erzeugt ein Gewitter.
— William Shakespeare
Vorsicht ist das, was wir bei anderen Feigheit nennen.
— Oscar Wilde
Glück und Freude ein Leben lang; sei immer heiter und niemals bang!
Rufe nicht Hase! er liege denn im Garne.
Begoßne Hunde fürchten das Wasser.
Auch wenn man den Kopf in den Sand steckt, bleibt der Hintern zu sehn
Wer berufen ist, hat Angst, wenn seine Stunde schlägt; denn er weiß, welches Opfer sie von ihm verlangt: Das Opfer seiner Person um seiner Sache willen
— Hermann Bahr
Der Gehorsam heuchelt Unterordnung, so wie die Angst vor der Polizei Anständigkeit heuchelt
— George Bernard Shaw
Furcht macht verächtlich, und Verachtung ist gefahrvoller als Hass.
— Johann Jakob Engel
Angst mahnt zur Vorsicht. Vorsichtige leben länger.
— Wilhelm Hasenclever
Angst ist lebenswichtig, denn sie mahnt zur Vorsicht; Vorsicht aber ist ein Zeichen von Klugheit.
— Wilhelm Hasenclever
Der, welcher Zweifel und Angst besiegt hat, hat auch den Fehlschlag besiegt.
— James Allen
Meide Menschen, die mutlos und abhängig sind und mit ihrer ewigen Erwartung des Unglücks Unglück herbeiziehen.
— Prentice Mulford
Gebrannte Kinder fürchten das Feuer oder vernarren sich darein.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Fürchtet einer das Feuer, so riecht er allenthalben Rauch.
— Jeremias Gotthelf
Wer nein sagen will, soll sich kein Ja abringen lassen
In Ängsten findet manches statt, was sonst nicht stattgefunden hat.
— Wilhelm Busch