Sprüche über Angst
427 Sprüche — Seite 7
Kaum ein Gefühl greift tiefer in das Leben ein als die Angst. Sie warnt, lähmt, schützt und verzerrt zugleich den Blick, weil sie nicht nur vor wirklicher Gefahr entsteht, sondern ebenso aus Vorstellung, Verlust und Unsicherheit erwachsen kann. Deshalb ist dieses Thema so elementar und so menschlich.
Wer ihr begegnet, steht oft vor der Wahl zwischen Rückzug und innerem Wachsen. Die Sprüche zu diesem Thema geben der Angst eine klare Sprache und zeigen, dass Mut nicht ihre Abwesenheit bedeutet, sondern den Weg durch sie hindurch.
Die Schrift hat Stellen genug, um alle Stände zu trösten und alle Stände zu erschrecken.
— Blaise Pascal
Denn wer begehrt, der fürchtet auch. Und wer in Furcht lebt, ist für mich nicht frei.
— Horaz
Die Ursache, die den Aberglauben hervorbringt, erhält und ernährt, ist die Furcht.
— Baruch de Spinoza
Tapferkeit heißt, der einzige zu sein der weiß, dass man Angst hat.
— Franklin P. Jones
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren
— Bertolt Brecht
Macht korrumpiert nicht. Furcht korrumpiert, vielleicht die Furcht vor dem Machtverlust.
— John Steinbeck
Angst erfasst des Diebes Gemüt, wenn er die Leute flüstern sieht.
— Bernhard Freidank
Unglaublich dummes Zeug spricht dieser und jener, aus Furcht, ungebildet zu erscheinen!
— Otto Weiss
Die Gefolterten sagen zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.
— Friedrich Spee von Langenfeld
Die Tugend ist bei einigen Furcht vor der Gerechtigkeit, bei vielen Schwäche, bei anderen Berechnung
— Gerard de Nerval
Furcht ist nur ein anderer Name für die Unfähigkeit, die Entstehung von Gedanken zu beherrschen.
— Prentice Mulford
Ich fürchte den Tod nicht; was ich in Gottes Auge gelte, weiß ich; ich bin ein armer Sünder, nur das Verdienst meines Erlösers wird mir die ewige Seligkeit erwerben.
— Heinrich Friedrich Karl vom Stein
Was für ein Los wir fürchten müssen, sagt uns das eigene Gewissen
— Karl Wilhelm Ramler
Schüchternheit ist ein Fehler, den man nicht tadeln darf, wenn man ihn heilen will.
— François de la Rochefoucauld
Man braucht nichts im Leben zu fürchten, man muss nur alles verstehen.
— Marie Curie
Die sorgfältige Feigherzigkeit hält uns immer von Taten zurück, deren wir uns freuen würden, wenn nur der Augenblick der Ausübung erst vorüber wäre.
— Ludwig Tieck
Meine Freunde, bittet Gott um Fröhlichkeit, seid fröhlich wie die Kinder, wie die Vögel des Himmels. Die Sünde der Menschen soll euch nicht bekümmern, fürchtet euch nicht, daß sie euch an der Vollendu …
— Fjodor M. Dostojewski
Die Angst vor einer Gefahr kann manchmal die größte der Gefahren sein.
— Niccolò Tommaseo
Glücklich sind wir zwei gegangen immer gleichen Schritts. Was du vom Schicksal hast empfangen, ich empfing es mit. Doch nun heißt es Abschied nehmen und mir wird so bang, jeder muss alleine gehen s …
Wir sollten weder im Zorn zurückschauen, noch furchtsam nach vorn, sondern mit offenen Augen umherblicken.
— James Thurber