520 Sprüche — Seite 18
Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.
Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.
Wasser macht weise, lustig der Wein. Drum trinken wir beides, um beides zu sein.
Ein Geist, der auf zur Gottheit strebt, muß zwar vom Staube sich erheben: doch kann, wer nicht der Erde lebt, auch nicht vom Himmel leben.
— Johann Georg Jacobi
Geist gleicht dem Schwerte und Erfahrung dem Wetzstein.
Der gesunde Mensch ist schön und sein Zustandekommen erstrebenswert. Aber es muss ein bißchen irgendwelcher Krankheit in ihn kommen, dass er auch geistig schön werde.
— Christian Morgenstern
Wein erhöht den Geist und macht ihn geneigt zur Entflammung, und beim vollen Pokal schwinden die Sorgen dahin.
— Ovid
Geist ist die Jugend des Alters.
— Emanuel Wertheimer
Der menschliche Geist kehrt, wenn er von einer neuen Idee gefordert wurde, nie zu seiner Ausgangsposition zurück.
— Oliver Wendell Holmes
Zitate sind schon gut. Es steht eine geistige Gemeinschaft dahinter. Das klassische Zitat ist das Losungswort der Gebildeten in aller Welt
— James Boswell
Das größte Denkmal ist das Gedächtnis.
— Perikles
Jedes Wort enthält einen Hauch von dem Geiste dessen, der es ausgesprochen hat
— Sebastian Faber
Die Götter wissen es nicht, die Gespenster merken es nicht.
Ein leeres Vorurteil ist das Alter, die schnöde Frucht von dem tollen Wahn, dass der Geist abhänge vom Körper.
— Friedrich Schleiermacher
Die Erziehung ist für den Körper der Jugend ebenso verantwortlich wie für den Geist.
— Edward Bellamy
Ideen sind mächtiger als Körperkraft.
— Sophokles
Die Seife ist ein Maßstab für den Wohlstand und die Kultur der Staaten.
— Justus Freiherr von Liebig
Der gesegnete Regen, der köstliche sanfte Regen, ströme auf dich herab. Die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst. Der große Regen möge de …
Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie
— Marie von Ebner-Eschenbach
Alle Baukunst bezweckt eine Einwirkung auf den Geist, nicht nur einen Schutz für den Körper.
— John Ruskin
Tatsachen sind für den Geist, was die Nahrung für den Körper ist.
— Edmund Burke
Wer mit dem Weibe aber verkehrt, der ist der Befleckung seines Geistes so ausgesetzt wie jener, der durchs Feuer geht, der Versengung seiner Sohlen
— Franz von Assisi