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Sprüche über Geist

520 Sprüche — Seite 9

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Durch Wissen kommt der Mensch zur Menschlichkeit.

    Hafis

  2. Auf Erden die größte Pein heißt: auf Kommando geistreich sein

    Rudolf Otto Hermann Presber

  3. Die Aufrichtigkeit ist - mindestens nach meiner Ansicht - die erste Bedingung jedes geistigen Schaffens.

    Sully Prudhomme

  4. Liebe mag für primitive Naturen ein körperliches Bedürfnis darstellen. Geistigen Menschen bedeutet sie das fesselndste Erlebnis der ganzen Schöpfung.

    Honoré de Balzac

  5. Nur erst, wenn dir die Form ganz klar ist, wird dir der Geist klar werden.

    Robert Schumann

  6. Die geistige Seele kann nicht entstehen ausser durch Erschaffung.

    Thomas von Aquin

  7. Es ist gut, wenn das Herz naiv ist, aber nicht der Kopf.

    Anatole France

  8. Nur was der Geist geschaffen hat, versteht er.

    Wilhelm Dilthey

  9. Der Geist des engstirnigen Menschen ist wie die Pupille des Auges. Je mehr Licht man darauf fallen lässt, um so mehr zieht er sich zusammen.

    Oliver Wendell Holmes

  10. Obwohl den meisten Menschen die Vernunft bis zu einem bestimmten Grade zugänglich ist und sie z. B. zu zählen vermögen, wenden sie sie doch im alltäglichen Leben nur sehr wenig an.

    Thomas Hobbes

  11. Autorität ohne Weisheit ist wie eine schwere Axt ohne Schneide: eher geeignet für einen dumpfen Schlag als für einen glatten Schnitt.

    Anne Bradstreet

  12. Dieses Land kann es sich nicht leisten, materiell reich und geistig arm zu sein.

    John F. Kennedy

  13. Der Geist, der seine Freuden aus sich selbst schöpft, ist glücklich

    Demokrit

  14. Das Auge nimmt das Licht aus der Luft, der Geist nimmt es aus dem Wissen.

    Zenon von Kition

  15. Es gibt gebildete Kreise, denen es nicht an Geld fehlt, wohl aber an Bildung.

    Otto Weiss

  16. Der Geist ist kein Behälter den man füllt, sondern ein Feuer, das man nährt.

    Plutarch

  17. Wer dem Buche dient, der dient dem Geiste, wer dem Geiste dient, der dient der Welt.

    Ernst von Wildenbruch

  18. Die Jägerei ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

    Theodor Heuss

  19. Der Mensch ist schwer zu entdecken und sich selber noch am schwersten: oft lügt der Geist über die Seele.

    Friedrich Nietzsche

  20. Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben.

    Seneca