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Sprüche über Geist

520 Sprüche — Seite 22

Was den Menschen über das bloß Gegebene hinausdenken lässt, wird seit jeher mit dem Geist verbunden. In ihm liegen Schärfe des Verstandes, schöpferische Vorstellung, Urteilskraft und jene Freiheit, die nicht nur reagiert, sondern entwirft. Darum ist dieses Thema von besonderer Tiefe für Kultur, Erkenntnis und Selbstverständnis.

Seine Größe zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Klarheit, Weite und Unabhängigkeit des Denkens. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Einsamkeit und Genialität, Bildung und Einbildung und machen deutlich, wie viel Verantwortung in geistiger Kraft liegen kann.

  1. Es gehört nicht weniger Geist und Erfindung dazu, einen Gedanken, den man in einem Buche findet, richtig anzuwenden, als der Autor dieses Gedankens zu sein.

    Pierre Bayle

  2. Verstehen ist ein Licht — Begreifen ein Sonnenaufgang.

    Else Pannek

  3. Theorie findet im Kopf statt. An der Praxis ist der ganze Mensch beteiligt.

    Else Pannek

  4. Das sogenannte "Frauenbild" entspringt den Köpfen derer, die eigene Interessen verfolgen. Frauen wissen, was erforderlich ist. Ein Vormund ist es nicht.

    Else Pannek

  5. Neue, kühne, begeisternde Ideen erzeugt nur ein heller Kopf, der über einem glühenden Herzen steht. Der köstlichste Wein gedeiht auf Vulkanen.

    Christian Friedrich Wilhelm Jacobs

  6. Der beste Beobachter und der tiefste Denker ist immer der mildeste Richter.

    Henry Thomas Buckle

  7. Tiere fressen, Menschen essen, aber nur der Mann von Geist weiß, wie man isst.

    Jean Anthelme Brillat-Savarin

  8. Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat.

    Gottfried Wilhelm Leibniz

  9. Wenn Hochschullehrer reden, reden sie vor allem über sich und ihre akademische Karriere.

    Hans Apel

  10. Die Frauen tragen ihre Beweise im Herzen, die Männer im Kopfe.

    August von Kotzebue

  11. Den Geist? Als ob es Weiber gäbe, die ihn liebten. Schöne Gestalt gefällt ihnen und Reichtum.

    Ulrich von Hutten

  12. Gefragt, was auf Erden das Seltenste sei, antwortet einer: was allen gehört, der gemeine Verstand.

    Giacomo Leopardi

  13. Wandern gibt mehr Verstand als hinterm Ofen zu sitzen.

    Philippus Theophrastus Paracelsus

  14. Klar nennt man die Ideen, die dasselbe Maß an Verwirrung haben wie unser eigener Geist

    Marcel Proust

  15. Wenn Sie nicht über die Zukunft nachdenken, können Sie keine haben.

    John Galsworthy

  16. Mit einem zufriedenen Geist hast Du genug, um das Leben zu geniessen.

    Titus Maccius Plautus

  17. Werde nie so reich an Geist, dass arm du würdest am Herzen!

    Otto Ludwig

  18. Wein ist der befeuernde Geist aller Feste und der König aller Getränke.

    Theodor Heuss

  19. Die Leuchte des Geistes ohne Wärme des Herzens wird oft zum Irrlicht.

    Peter Sirius

  20. Zu den Blitzen des Genies machen die Talente den Donner

    Peter Sirius