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Sprüche über Gleichgültigkeit

548 Sprüche — Seite 20

Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.

Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.

  1. Wenn du auf schlechtes Wetter fluchst, verzerrst noch wütend dein Gesicht, bedenke - was du auch versuchst: Das Wetter int'ressiert es nicht

    Karl-Heinz Söhler

  2. Was andre mag ergötzen, das kümmert wenig mich, sie leben in den Schätzen, in Freuden lebe ich.

    Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff

  3. Die Menschen verkommen, wenn sie kein Festtagskleid anziehen.

    Thomas Carlyle

  4. Liebe in der Verbindung sollte die Vollendung eines schönen Traums sein und nicht, da sie zu häufig ist, das Ende.

    Alphonse Karr

  5. Man trägt doch eine eigentümliche Kamera im Kopfe, in die sich manche Bilder so tief und deutlich einätzen, während andere keine Spur zurücklassen.

    Bertha Freifrau von Suttner

  6. Welcher Autor darf sagen, dass der Gedanke an die Oberflächlichkeit der meisten Leser ihm stets ein peinlicher und nicht mitunter auch ein tröstlicher sei?

    Marie von Ebner-Eschenbach

  7. Halte die Augen vor der Ehe offen - dann halb geschlossen

    Benjamin Franklin

  8. Während eine Flasche Champagner in eines Menschen Organismus wirkt, was kümmert es ihn, wie andere über ihn (oder sein Alter) denken! - Solchen Zustand berauschter Unbekümmertheit sollte man stets aus …

    Prentice Mulford

  9. Es ist ihm so leid, als wenn dem Esel der Sack entfällt.

  10. Es ist gleichviel, wie die Kuh heißt, wenn sie nur gute Milch gibt.

  11. Wenn die Menschen nicht danach sind, oben und unten, hilft die Verfassung nicht, und wäre sie vom Himmel gefallen.

    Adolph Kolping

  12. So war der Mensch zu allen Zeiten, so ist er jung, so bleibt er alt; Heiß ist er gegen Kleinigkeiten, und gegen große Dinge kalt.

    Magnus Gottfried Lichtwer

  13. Der Reiche hat nur zwei Löcher in der Nase, ebenso wie der Arme.

  14. Wer die Welt zuviel liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken; wer sie zu wenig liebt, kann nicht gründlich genug über sie denken.

    Christian Morgenstern

  15. Wenn einer Geld hat, kann er dem Teufel Beine machen; wenn er keines hat, kommt nicht einmal der Mann, den er ruft.

  16. Ein Ideal, für das ein Mann oder eine Frau nicht kämpfen wollen, stirbt - das ist ein Naturgesetz.

    Kurt Tucholsky

  17. Die Kennworte des Wieners: Wie komm denn i dazu? Es zahlt sich ja net aus! Tun S' Ihnen nix an!

    Arthur Schnitzler

  18. Was dir noch neu ist, wird dich auch reizen, was mir schon Spreu ist, ist dir noch Weizen.

    Friedrich Rückert

  19. Das Gleiche läßt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.

    Johann Wolfgang von Goethe

  20. Sich sorgen ist fast so gut wie sich freuen. Unerträglich wird das Leben für den, der weder Freuden noch Sorgen hat.

    Henry Wadsworth Longfellow